Warenhaus Gebrüder Ury - Juden in Sachsen

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Warenhaus „Gebrüder Ury“

1896 - 1943

Am 04.03.1896 eröffnete das erste Leipziger Warenhauses „Ury Gebrüder“ am Königsplatz 15 (heute Wilhelm-Leuschner-Platz). Architekt des Gebäudes war Emil Franz Hänsel, der durch die Bauten „Specks Hof“, den Zentralmessepalast und das Kaufhaus am Brühl in Leipzig bekannt wurde.

Das Warenhaus entwickelte sich in den ersten fünfzehn Jahren des Bestehens von einem relativ kleinen Format mit 40 Angestellten zum modernen Kaufhaus mit 400 Beschäftigten und bot einen komfortablen sozialen Arbeitnehmerschutz. Die Verkaufsfläche wurde zweimal erweitert, 1905/06 und 1914. Es entstand ein eigenes Verkaufstellennetz in Mitteldeutschland.

Die Gebrüder Ury führten das Warenhaus 1914 bis 1941.  Dann wurde es unter Arisierungsdruck liquidiert und Textilmessehaus. In der Pogromnacht von 1938 verwüsteten nationalsozialistische Horden das Kaufhaus. Der Geschäftsbetrieb lief aber noch bis Ende November 1938.

Im Familiensitz der Urys, der „Villa Ury“ in der Wächterstraße, befand sich das polnische Generalkonsulat. Dort suchten viele staatenlose Juden nach der Ausweisung am 28.10.1938 Zuflucht vor der Abschiebung nach Polen. Dem polnischen Generalkonsul Felix Chiczewski gelang es, mehr als 1300 Menschen vor der Polenaktion zu retten.

Mit Kriegsbeginn wurde das Haus geschlossen und zum Eigentum des Reiches erklärt. 1938 emigrierten die Gebrüder Ury in die Schweiz. Moritz Ury verstarb 1939 in Montreux.

Literatur:

  • Kabus, Sylvia: Wir waren die Letzten... : Gespräche mit vertriebenen Leipziger Juden, Sax-Verlag, Leipzig, 2003, 124.

  • Kirchhof, Heike: Jüdisches Leben in Leipzig: Gestern - Heute – Morgen: Ein Literatur- und Bestandsverzeichnis der Rolf-Kralovitz-Bibliothek der ECS Stiftung Leipzig, Leipzig, 2006, 161.

  • Lorz, Andrea: Suchet der Stadt Bestes: Lebensbilder jüdischer Unternehmer aus Leipzig, Pro Leipzig, Leipzig, 1996, 22 – 23.

  • Riedel, Horst: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, Leipzig, 2005, 615.

 
 
 
 
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