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Dina Rubina: Leonardos Handschrift PDF Drucken E-Mail







Durch den Spiegel und was Rubina dort fand (zum Roman von Dina Rubina “Leonardos Handschrift“)

Zweisprachige Rezension

Svetlana Voljskaia
(Übersetzung: Olga Koseniuk)


Jedes Mal, wenn wir ein neues Buch von Dina Rubina aufschlagen, erwarten wir etwas uns bereits Vertrautes zu finden, etwas, das für die Autorin typisch ist. Zum Beispiel, die Immigrationsbilder: alltägliche Sorgen und Freuden des Lebens in der neuen Heimat. Die Schicksale beeindrucken uns, die Erinnerungen an die Vergangenheit und Gedanken an den heutigen Tag lassen uns nicht gleichgültig.

Wir sind es gewohnt, dass die Hauptfigur vieler Werke  Rubinas  eine attraktive, talentierte, erfolgreiche, obgleich im Privatleben nicht immer glückliche, Frau ist. Diese zentrale Geschichte wird durch viele parallel verlaufende Sujetlinien ergänzt. Im Endeffekt lernen wir in den Texten von Rubina, sogar in einer kleinen Erzählung, ein ganzes Panorama von Maler-, Musiker-, Literaten- oder Schauspielergenerationen kennen und lieben.

Worüber die Schriftstellerin schreibt, ist ihr mit allen Facetten und Kanten gut bekannt. Eines der  Themen, die Rubina immer faszinieren, ist die Stadt: mal Jerusalem, mal Taschkent – schön und nostalgisch. Nicht selten stehen die dramatischen Ereignisse der jüdischen Geschichte im Zentrum des Buchs. Auch das Komische im realen Leben sieht und beschreibt Rubina. „Die bekannte Schriftstellerin N“ nennt sich selbst Dina Rubina („Da geht der Messias!“), sie ist eine Skeptikerin, sehr bodenständig und ironisch.
 
Der neue Roman „Leonardos Handschrift“ (erschienen im Verlag Eksmo, Moskau, 2008) sorgt bereits ab der ersten Seite für Erstaunen. Ganz unerwartet verzichtet „die bekannte Schriftstellerin N“ auf die Realität und vergisst ihre gewohnte Ironie. Die Hauptfigur, Anna, ist ein sehr merkwürdiges Geschöpf. Sie kann Gedanken lesen, die Zukunft voraussagen und versteht fremde Sprachen, ohne diese je gelernt zu haben. Außerdem besitzt die Linkshänderin eine sonderbare Handschrift, die nur mit dem Spiegel gelesen werden kann. Es ist bekannt, dass mit eben dieser Handschrift der große Leonardo da Vinci seine Notizen niederschrieb.

In diesem Roman besitzen die Spiegel mystische Eigenschaften.  Annas Leben ist mit einem Menschen verbunden – mit dem Juden Elizer, der eine Schul-Arbeitsgemeinschaft mit dem Namen „die amüsante Spiegel-Welt“ anleitet. Er ist ein sonderbarer Dicker, der „alles“ über die Spiegel weiß. Während dieser Mensch für sie zum wichtigsten Freund und Lehrer wird, stirbt ihre Adoptivmutter buchstäblich verrückt vor Eifersucht auf die Spiegel-Welt, die ihr die Tochter wegnimmt.

Ein Genie steht bekanntlich über der Moral. Anna ist bewundernswert gefühlskalt und gleichgültig, wobei ihre fantastischen Fähigkeiten sie über den Alltag erheben und es ihr ermöglichen, die ganze Welt zu erobern. Sie ist immer ein Unikum, die Beste, egal, ob als Luftakrobatin im Zirkus, als Stuntfrau, oder beim Konstruieren der eigenen Spiegelshow.

Für ihre besonderen Talente muss sie oft einen hohen Preis zahlen, deswegen träumt sie hin und wieder davon, ein normaler Mensch zu sein. Das zentrale Problem des Romans ist philosophisch: Ist Annas Gabe ein Geschenk oder eine Strafe Gottes? Welche Bedeutung hat ihr Verschwinden und der Flug mit dem Motorrad „den Spiegelkorridor entlang zwischen der schwarzen St. Laurentius Bucht mit den glitzernden Lichtern und der schwarzen Bucht des goldenen Himmelsfeuerwerks?“

Der Roman „Leonardos Handschrift“ ist nach den Regeln der Romantik geschrieben. Die Mystik, das Aufeinanderprallen von zwei Welten, der realen und der Spiegel-Welt, die abenteuerliche Handlung, ungewöhnliche Figuren, keine Raum- und Zeitgrenzen, unbegreifliche, geheime Welten: der Zirkus, die Welt der  Stuntmen, die Spiegelshow…

Das Liebesthema vervollständigt das Romantische an diesem Roman: große, leidenschaftliche und tragische Liebe „an der Grenze der Seelenkräfte“. Über die Hauptfigur berichtet nicht nur der Erzähler, viel erfahren wir über sie auch von zwei Männern, die Anna besonders nahe standen. Da sind einmal der bejahrte Musiker Semen und dessen Briefe an sie und zum anderen der Exmann und Stuntman Vladimir mit seiner ungewollten Beichte gegenüber dem Interpol-Mitarbeiter, der im Fall von Annas Verschwinden ermittelt.

Diese Erinnerungen spiegeln Anna aus verschiedenen Blickwinkeln und Perspektiven. Im Roman Rubinas findet man eine ganze Galerie von Figuren, von denen jede eine eigene Stimme besitzt, und einen kosmopolitischen Reigen von Orten, Städten und Ländern. Einen Überblick über all diese Vielfalt zu gewinnen, bleibt dem Leser überlassen. Nicht jeder wird Dina Rubinas romantische Spiegelwelten verstehen. Aber alle finden im Rubinas Text etwas, das sie persönlich anspricht.


 


Vor allem ist das die Lebensgeschichte der Hauptfigur. In unserem Leben begegnen wir Menschen, die anders sind, als die Masse, Menschen mit besonderen Fähigkeiten, wie z. B. die Da Vinci Handschrift. Ob sie wirklich genial sind, sei dahin gestellt. Unbestritten ist, dass sie es im Leben nicht einfach haben.

Bemerkenswert, dass viele von Annas geheimnisvollen Fähigkeiten während der Lehrjahre im Zirkus zum Vorschein kommen, und das stößt auf Unverständnis, denn da wird an den “Zaubertricks“ hart gearbeitet.
Die besondere Zirkusatmosphäre ist im Roman liebevoll wiedergegeben: Gerüche, Jargon, Gewohnheiten der Truppenmitglieder und ausführliche Beschreibungen der Tricks machen sie aus. Die Zirkuswelt, die für einen Uneingeweihten normalerweise verborgen bleibt und mit viele Mythen verbunden ist, wird im Roman lebendig, farbenfroh und realistisch geschildert.

Viele Nebenthemen verleihen dem Roman besondere Fülle. Rubina erzählt von einer ganze Generation von Zirkusartisten und Musikern, die in der spätsowjetischen Zeit aufgewachsen sind und das Land verlassen. Ihre Schicksale verfolgen wir mit Interesse und Aufregung und sehen in diesen Bildern, wie im Spiegel, unser eigenes Leben.

Die Kiewbilder sind zweifellos die schönsten und am besten gelungenen im Roman. Die Schriftstellerin beschreibt die Stadt und ihr Kolorit, wie sie früher Taschkent beschrieben hat: schmackhaft, ausführlich, mit allen Farben und Aromaten; sie spielt gekonnt mit dem Dialekt, der gesprochen wird: „surjik“. Natürlich, wird der Leser den brillanten Humor von Rubina genießen.

Im Text klingt Musik, die sowohl das Romantische als auch das Realistische hervorhebt. Wenn die „bekannte Schriftstellerin N“ diesmal auch die Spiegel-Welt bevorzugt, das Interesse am gewöhnlichen Leben hat sie nicht verloren.


Dina Rubin: Potscherk Leonardo, Eksmo, Moskwa, 2008



Уход в зазеркалье (о романе Дины Рубинной «Почерк Леонардо»

Светлана Волжская

Каждый раз, открывая новую книгу Дины Рубиной, мы по инерции ищем в ней знакомые черты. Скажем, картины иммиграции: повседневные проблемы, радости и огорчения жизни на новой родине. Нас волнуют людские судьбы, не оставляют безучастными воспоминания о прошлом и думы о нынешнем.

Мы привыкли к тому, что главная героиня многих произведений - женщина, яркая, талантливая, профессионально успешная и не всегда счастливая в своей личной жизни. Центральная сюжетная линия дополняется многочисленными параллельными историями, и в результате – в небольшом романе или даже в маленькой повести вырастает целая панорама всего поколения художников, музыкантов, литераторов или актеров.

Дина Рубина всегда пишет о том, что знает до тонкостей, до малейших оттенков. При этом одним из главных и однозначно положительных образов книги становится город: Иерусалим ли, Ташкент ли – неизменно прекрасный, пронизанный ностальгией или просто нежно любимый….

Нередко автор повествует о драматических событиях в истории еврейского народа, но никогда не упускает возможности посмеяться над чем-то забавным в реальной жизни. Известная писательница N»,- как характеризует саму себя Дина Рубина («Вот идет Мессия!..»), человек явно скептического склада, очень земной и ироничный.
 
Поэтому роман «Почерк Леонардо» (2008 г.) удивляет нас буквально с первой страницы. Совершенно неожиданно хорошо нам «известная писательница N» отказывается от реальной жизни и забывает о своей привычной иронии. По крайней мере, все это уходит куда-то очень далеко на задний план.

Главная героиня романа Анна,– очень странное создание. Она читает мысли, предсказывает события и понимает чужие языки. Кроме того, у нее особенный левосторонний, почерк, прочитать который возможно только с помощью зеркала (известно, что именно таким почерком писал свои записки гениальный Леонардо да Винчи).

Зеркала в этом произведении вообще приобретают мистические свойства. Вся жизнь Анны связана с руководителем школьного кружка «Занимательное зазеркалье» евреем Элизером - странным толстяком, знающим про зеркала «все». Этот человек на всю жизнь становится ей другом и учителем. А приемная мать героини в буквальном смысле сходит с ума от ревности к Зазеркалью, укравшему у нее дочь.

Гения нельзя оценивать по обычным человеческим меркам. Анна действительно ко многому относится с удивительным безразличием. В то же время блестящие способности и чудесные, неземные умения позволили ей вырваться за пределы обыденности и покорить весь мир. Она всегда уникальна и неподражаема – и в качестве цирковой акробатки, и в работе каскадерши, и в конструировании собственных зеркальных шоу.

Однако божественный дар неоднократно оборачивается для героини тяжелыми, невосполнимыми потерями, и временами ей очень хочется избавиться от него и стать обычным человеком. Центральная проблема романа носит философский характер: наградил Бог Анну или проклял? Что означает ее прыжок на мотоцикле с моста Картье - полет «по зеркальному коридору между черным, сверкающим огнями заливом Святого Лаврентия и черным заливом золотого салютного неба»?

В романе «Почерк Леонардо» все построено по законам романтизма. Мистические события. Столкновение двух миров - реальной жизни и зазеркалья. Стремительность действия, необычные герои, отсутствие каких-либо временных или пространственных ограничений, закрытые, непостижимые для обычного человека миры: цирк, каскадерство, зеркальные шоу...

Романтическое содержание романа включает в себя историю любви, сильной, высокой, трагической, — словом, «любви на пределе душевных сил». Кроме автора, о героине рассказывают двое близких ей людей. Один, пожилой музыкант Семен, — в своих письмах к ней и другой — бывший муж, каскадер Владимир — в невольной исповеди следователю Интерпола, ведущего расследование по поводу исчезновения Анны.

В этих рассказах-воспоминаниях — опять же, как в зеркале, — отражается главная героиня. Действие освещено с разных сторон: звучанием «разных голосов», показом различных взглядов на одно и то же событие. Плюс к этому - целая галерея типажей, разноязыкий говор, яркие зарисовки городов и стран. И все это читатель должен самостоятельно собрать в единую и целостную картину.

Уход Дины Рубиной в зазеркальные дали романтизма по плечу, конечно, не каждому рядовому читателю, ожидающему от произведений любимой писательницы привычных тем, образов и манеры письма. Но и для него в этом новом романе, безусловно, найдутся страницы по душе.

Прежде всего, жизненная история главной героини. В реальной жизни встречаются люди, с так называемым «почерком Леонардо», правда, неизвестно, гениальны ли они на самом деле. Но всем им, как и Анне, конечно, нелегко живется среди обычных людей. Стоит заметить, что многие свои таинственные умения Анна проявила в цирке, а уж там-то волшебство достигается упорным трудом, долгими тренировками и репетициями.

В романе воссоздана неповторимая атмосфера цирка: его запахи, особые словечки, те ли иные привычки людей, подробные описания трюков … Мир цирка, несмотря на всю его таинственность для непосвященных людей, бездну всяческих странностей и суеверий, показан в книге удивительно живо, ярко и при этом достаточно реалистически.

Дополнительный объем и вес произведению придают, как обычно, побочные сюжетные линии. Они высвечивают целое поколение циркачей и музыкантов, выросших в позднесоветское время и затем эмигрировавших на Запад. И вновь мы с волнением и интересом прослеживаем их судьбы, сверяя по ним свою собственную жизнь.

И, наконец, одним из самых прекрасных образов романа на этот раз стал Киев. Дина Рубина описывает этот город, как когда-то описывала Ташкент: вкусно, подробно, со множеством специфических красок и запахов, блистательно обыгрывая его особый говорок («суржик»). И читатель, конечно, оценит чудесный авторский юмор.

А музыка, постоянно звучащая в книге, оттеняет и романтические ее коллизии, и великолепные реалистические зарисовки, поэтому - если «известная писательница N» на этот раз и ушла в зазеркалье, она все же не утратила интереса к нашей с вами обычной человеческой жизни.


 
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