Sax Verlag - Juden in Sachsen

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Aus dem Sax-Verlag

Hier werden Ihnen Informationen und Leseproben direkt aus dem Sax-Verlag gegeben. So behalten Sie den Überblick über Neuerscheinungen zum Thema "Jüdisches Leben". Auch die Möglichkeit des direkten Kaufs der Bücher ist möglich.

 

Juden in einer kleinen Stadt
Illustrierte Texte zur Stadtgeschichte von Grimma/Sachsen

Eine jüdische Gemeinde im mittelalterlichen Grimma (Jüdengasse) ist wohl wie auch anderwärts Mitte des 14. Jahrhunderts der »Volkswuth« zum Opfer gefallen. Erst seit dem 19. Jahrhundert wurden erneut jüdische Familien und Unternehmer in der Muldestadt ansässig, als fraglos bedeutendster unter ihnen der Journalist und Verleger Dr. Carl Ferdinand Philippi, ein Enkel des aus Schlesien nach Leipzig gekommenen kurfürstlichen »Schutzjuden« und Messesteuer-Einnehmers Herz Loeb Levi. Im Jahre 1933 sind es an die drei Dutzend Juden, Erwachsene wie Kinder, die wieder in Grimma leben. Wer weiß heute noch etwas von ihnen und ihren Schicksalen?

Die Texte schließen Lücken der Grimmaer Stadtgeschichte. Was dazu – 60 und 70 Jahre nach den im deutschen Namen verübten Naziverbrechen – ermittelt werden konnte, wie sich wieder ein Bild in den Rahmen fügt, wie letzte Überlebende, Kinder und Anverwandte ehemaliger jüdischer Mitbürger, heute in aller Welt verstreut, das historische Geflecht mit rekonstruieren halfen, das ist ebenso staunenswert wie es Mut macht.

Juden in einer kleinen Stadt | Illustrierte Texte zur Stadtgeschichte von Grimma/Sachsen | Gerhardt Gimpel | Preis: 9,50 € inkl. ges. MwSt. | ISBN: 978-3-934544-70-3 | Umfang: 88 Seiten | Auflage 3. Auflage 2010

 
 
 

Juden in einer kleinen Stadt. Nachtrag
Illustrierte Texte zur Stadtgeschichte von Grimma /Sachsen

Wenn ein Buch auf solche Resonanz stößt wie der im Jahre 2005 erschienene Band "Juden in einer kleinen Stadt", in Grimma selbst und weit darüber hinaus, wenn es Kreise zieht nach England, Amerika, Russland, Frankreich und Israel, Post und Gespräche auslöst, neue Verbindungen knüpft und viele Ergänzungen zuträgt, dann ist das für Autor und Verlag sehr erfreulich, letztlich aber auch verpflichtend, dies den Lesern nicht vorzuenthalten. Was also im zurückliegenden Jahrfünft auf diese Weise erfahren wurde und geeignet ist, die lange verschütteten Erinnerungen an Lebenswege und Schicksale jüdischer Grimmaer Familien in Wort und Bild fortzuschreiben, will dieser Nachtrag leisten.

Gewiss ist es schwer für die Betroffenen der Shoah, sich dem Land ihrer Herkunft wieder zu öffnen und die ausgestreckte Hand von um Verzeihung Bittenden nicht auszuschlagen. Hier ist dankbar davon die Rede.

Juden in einer kleinen Stadt. Nachtrag | Illustrierte Texte zur Stadtgeschichte von Grimma /Sachsen | Gerhardt Gimpel | Preis: 7,50 € inkl. ges. MwSt. | ISBN: 978-3-86729-070-8 | Einband: Broschur | Umfang: 64 Seiten | Auflage: 1. Auflage 2010

 
 
 

Die Bornsteins
Eine deutsch-jüdische Familiengeschichte

Was an der Wende zum 20. Jahrhundert wie eine Kleinstadtidylle beginnt, die Geschichte der Ansiedlung jüdischer Familien im vogtländischen Falkenstein, der Gründung ihrer Geschäfte, der hoffnungsvollen Zeichen des Sesshaftwerdens, endet in Katastrophen, als die Nazis an die Macht kommen. Die vier in Falkenstein geborenen Kinder des Ehepaars Bornstein, der beiden ersten Juden in der Stadt, erleiden nach 1933 alle Varianten jüdisch-deutschen Schicksals: Verlust der Existenzgrundlagen, Flucht ins Ausland, Leben in der Illegalität, Zwangsarbeitslager und Tod im Vernichtungslager. Aber in diesem Buch lernen wir nicht nur ihre Furcht und ihr Leid kennen, sondern auch das ganz alltägliche Leben der Menschen, ihre kleinen Freuden und Erfolge im Zeichen der allgegenwärtigen Bedrohung. Die Überlebenden und ihre Kinder wurden in alle Welt verstreut, haben sich erfolgreich neue Existenzen aufgebaut und blicken nicht nur im Zorn zurück, sondern hielten fast magisch anmutende Beziehungen zu Deutschland aufrecht.

Zur 3. Auflage
Glücklicherweise hat das Erscheinen der "Bornsteins" nicht nur ein lebhaftes Echo ausgelöst, sondern auch eine Reihe unbekannter Details zur Familiengeschichte zutage gefördert. So kann diese Ausgabe in mehreren Kapiteln ergänzt und um ein neues Kapitel erweitert werden. Das ist auch einigen jener Leute zu verdanken, die sich als Nichtjuden mit wahrer Hingabe, oft neben ihrer beruflichen Tätigkeit, der Erforschung jüdischer Vergangenheit gerade in Orten gewidmet haben, in denen es längst keine jüdischen Mitbürger mehr gibt. Sie erhalten die Erinnerung an jene Zeiten vor der Judenvernichtung und -vertreibung wach, als deutsch-jüdisches Zusammenleben zum Nutzen aller noch eine Selbstverständlichkeit war. Dafür und für manche wertvollen Informationen bin ich namentlich Herrn Werner Pöllmann, Markneukirchen, Herrn Dr. Jürgen Nitsche, Chemnitz, Herrn Ralph Ide, Falkenstein/Vogtland, Frau Ellen Bertram, Leipzig, und nicht zuletzt Frau Waltraud Schmidt, Plauen, zu großem Dank verpflichtet.

Ich bin mit den "Bornsteins" viel unterwegs gewesen. In über 25 Lesungen habe ich zu ganz unterschiedlichen Bevölkerungskreisen gesprochen. Besonders am Herzen lagen mir die Begegnungen mit den meist sehr aufgeschlossenen Jugendlichen in Schulen und anderswo. Nun, im achten Lebensjahrzehnt, wird das aus Alters- und Gesundheitsgründen zwangsläufig seltener werden. Es wäre eine Genugtuung für mich, wenn trotzdem auch in Zukunft gerade die junge Generation zu diesem Büchlein als einem Lesestoff greifen würde, der ihnen authentisch und aus der lebendigen Sicht eines Betroffenen, aber ohne Selbstmitleid und Anklagen vom Schicksal der deutschen Juden in und nach einer der schwersten Prüfungen in ihrer jahrtausendelangen Geschichte erzählt.    Ralf Bachmann

Rezension von Wolfgang Thierse, Vizepräsident des Bundestages und Vorsitzender des Kulturforums der Sozialdemokratie:
"Bachmanns humorvolle und selbstironische deutsch-jüdische Familiengeschichte beschreibt feinfühlig einen Alltag, der nicht nur Bedrohungen, sondern auch Freuden, berufliche Erfolge und geradezu skurrile Episoden enthielt. Ein packender Beitrag zur Geschichte von unten."

Die Bornsteins | Eine deutsch-jüdische Familiengeschichte | Ralf Bachmann | Preis: 14,80 € inkl. ges. MwSt. | ISBN: 978-3-934544-86-4 | Einband: Broschur | Umfang: 160 Seiten | Auflage: 3. erweiterte Auflage 2010

 
 
 

Wir waren die Letzten ...
Gespräche mit vertriebenen Leipziger Juden

Sie sind – nach Jahrzehnten – jene Letzten, die erzählen können. Nach dem Lebensriss durch Vertreibung, Ghetto, Lager, Todesangst besuchen sie noch einmal ihre Geburtsstadt, auf der Suche nach Stätten der Kinderzeit und den Gräbern Verwandter. Manchem ist das Sprechen über die erlittene Verfolgung erst heute möglich, es geschieht zögernd, doch wachsam und den Jüngeren nah.

Die entstandenen Erzählungen lassen ein bislang unerfülltes Bedürfnis nach Nähe und Wirklichkeit fühlbar werden, die es ohne Begegnung von Angesicht zu Angesicht nicht gibt. Das Judentum in Leipzig sei durch seine Struktur, Größe, Organisation, die Reinheit der gepflegten Überlieferung, seine Lebensgestaltung besonders geeignet zur Erfassung jüdischen Wesens, schrieb der Gauamtsleiter des Rassenpolitischen Amtes Niederschlesien, Fritz Arlt, 1938. Erhalten gebliebene Dokumente der Stadtverwaltung lassen wiederholt Bezüge auf die Studie und ihre Leben gefährdende Wirkung erkennen. Aus Presseartikeln, Akten der Kommunalverwaltung, des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler, der Städtischen Bücherhallen, vertraulichen Befehlen und Protokollen entsteht das Bild einer Stadt, in der rassistische Kälte und freiwillige Gleichschaltung ineinander verwuchsen und zur Vernichtung der meisten hier lebenden Juden führten. Es ist eine Stadt, in der man der zentral befohlenen Schrittfolge in manchem noch voraus eilte. Heute empfängt sie ihre einstigen Bürger in unsicherem Gespanntsein zwischen vermeintlicher Rücksicht und Rück-Sicht, suchender Sprache und Zuwendung, Wende und Wandel.

Wir waren die Letzten ... | Gespräche mit vertriebenen Leipziger Juden | Sylvia Kabus | Preis: 18 € inkl. ges. MwSt. | ISBN: 978-3-934544-41-3 | Einband: Gebundene Ausgabe | Umfang: 212 Seiten | Auflage: 1. Auflage 2003

 
 
 

Pelze aus Leipzig – Pelze vom Brühl

Einst war Leipzigs Brühl als "Weltstraße der Pelze" bekannt und berühmt. Die schweren Planwagen, die zu Messezeiten mit Fellen aus Polen und Russland kamen, hießen im Volksmund "graue Elefanten". Aber auch aus Amerika und China kamen Felle – in der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in Leipzig etwa ein Drittel der "Pelz-Welternte" umgeschlagen; die Qualität der in Leipzig zugerichteten Felle war unübertroffen. Später gab es Forschungsinstitute in der Stadt; die wichtigsten Fachzeitschriften und -bücher erschienen in Leipzig; die Deutsche Kürschnerschule wurde hier gegründet. Nach Weltwirtschaftskrise und Holocaust – viele der Pelzhändler waren jüdischer Abstammung – folgten die Bomben des Zweiten Weltkrieges, die das Pelzzentrum nahezu vernichteten. Zu DDR-Zeiten gab es einen vielbeachteten Neuanfang.

Der Leipziger Fotograf Rainer Dorndeck (1941–2011) fotografierte für führende DDR-Modezeitschriften, vor allem Pelze, dazu aber auch immer wieder Leipzig in den 1970er und 1980er Jahren. Der vorliegende Bildband verbindet somit Tradition und Gegenwart; er enthält Dorndecks wichtigste und attraktivste Fotos und dokumentiert gleichzeitig den Verfall der Stadt.

Das Buch steht jedoch nicht für sich allein, eine begleitende Ausstellung wurde zusammengestellt von der Witwe Rainer Dorndecks, Dagmar Dorndeck, kuratiert von der Galeristin Elke Pietsch und gestaltet von der Grafikerin Ute Holstein. Die Texte lieferte die Autorin des Buches, Doris Mundus. Die Ausstellung wurde im Juli 2015 in Ariowitsch-Haus gezeigt, 2016 wird sie im Stadtgeschichtlichen Museum (Studio) gezeigt.

Pelze aus Leipzig – Pelze vom Brühl | Rainer Dorndeck. Fotografien 1970 bis 1990 | Doris Mundus, Dagmar Dorndeck, Elke Pietsch, Ute Holstein (Hg.) | Preis: 19,80 € inkl. ges. MwSt. | ISBN: 978-3-86729-146-0 | Einband: Gebundene Ausgabe | Umfang: 120 Seiten | Auflage:1. Auflage 2015

 
 
 
 
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