Otto-Michael-Straße - Juden in Sachsen

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Otto-Michael-Straße

1992

Die Otto-Michael-Straße in Leipzig-Mockau wurde 1992 nach dem letzten Chefarzt des Israelitischen Krankenhauses, Otto Michael, benannt.

Otto Michael studierte Medizin. Nach Ableistung seines Militärdienstes und einer zeitweiligen Arbeit als Schiffsarzt wurde er Assistenzarzt des Leipziger Gynäkologen Fritz Skutsch. 1910 eröffnete er eine eigene Arztpraxis als Facharzt für Chirurgie in Leipzig. Nach Ausbruch des ersten Weltkrieges diente er als Stabsarzt in Bayreuth und Flandern. Otto Michael war Mitglied im Centralverband deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, im Jüdischen Kulturbund und im Reichsbund jüdischer Frontsoldaten.

Am 10.11.1938 wurde er im Rahmen einer Sonderaktion verhaftet und nach Buchenwald deportiert. Wieder freigelassen, durfte er ab 1939 nur noch als Krankenbehandler wenige Stunden in der Woche als Arzt praktizieren. Er war der letzte Chefarzt des Israelitischen Krankenhauses. Otto Michael wurde am 15.6.1943 ein zweites Mal verhaftet, diesmal von der Gestapo. Er wurde über Theresienstadt nach Auschwitz deportiert und hier ermordet.

Literatur:

  • Diamant, Adolf: Chronik der Juden in Leipzig, Heimatland Sachsen, 1993, Chemnitz, Leipzig, 416.

  • Hebenstreit, Uta: Die Verfolgung jüdischer Ärzte in Leipzig in den Jahren der nationalsozialistischen Diktatur: Schicksale der Vertriebenen, Dissertation, 1997, Leipzig, 123-125.

  • Kirchhof, Heike: Jüdisches Leben in Leipzig: Gestern - Heute – Morgen: Ein Literatur- und Bestandsverzeichnis der Rolf-Kralovitz-Bibliothek der ECS Stiftung Leipzig, 2006, Leipzig, 140-141.

 
 
 
 
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