Ohel-Jakob-Synagoge - Juden in Sachsen

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Ohel-Jacob-Synagoge

1922

Die 1922 erbaute Ohel-Jacob-Synagoge war nach der Gemeindesynagoge und der Ez-Chaim die drittgrößte Synagoge Leipzigs. Sie wurde vom gleichnamigen Verein Ohel-Jacob-Synagoge unterhalten. Der 1918 gegründete Verein brachte die finanziellen Mittel für den Umbau und die Pflege der Synagoge auf. Die Spitze des Vereins bestand aus ostjüdischen mittelständischen Unternehmern, die sich im Wirtschaftsleben und im gesellschaftlichen Leben der Stadt etabliert hatten.

Abraham Mittelmann, Hermann Witteles und Isaak Lederberger finanzierten die Synagoge mit eigenem persönlichen Vermögen und durch Spendensammlungen. Sie stammten aus Osteuropa und waren zwischen 1889 und 1900 aus „Kongresspolen“ und Galizien nach Leipzig gekommen. Vorsitzender des Vereins war unter anderem der Rauchwarenhändler Leo Lifschitz, Inhaber einer Rauchwaren- und Borstenhandlung L. Lifschitz & Co, Am Brühl 45. Den Gottesdienst in der Synagoge versah der aus Litauen stammende Rabbiner Rogosnitzky (Litwak). Der Chor wurde bis 1928 von dem polnischen Kantor Salomon Kupfer (Stern) geleitet, der auch mehrere Schallplatten einspielte und öffentliche Konzerte außerhalb der Synagoge gab.

In den letzten Jahren der Weimarer Republik geriet der Verein in finanzielle Bedrängnis und musste auf die noch im Statut von 1919 fomulierten Zwecke  der „Unterstützung seiner in Not geratenen Mitglieder sowie die Gewährung unverzinslicher Darlehen, Förderung und Unterstützung jüdischen Wissens“ verzichten. Auch der Erhalt des Chors der Synagoge stand in Frage. Im September 1938 löste sich der Trägerverein der Synagoge auf. Das Gebäude der Synagoge wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Literatur:

  • Diamant, Adolf: Chronik der Juden in Leipzig, Heimatland Sachsen, Chemnitz, Leipzig, 1993, 230, 266.

  • Ephraim-Carlebach-Stiftung Leipzig [Hrsg.], Judaica Lipsiensia: Zur Geschichte der Juden in Leipzig, Edition Leipzig, Leipzig, 1994, 61.

  • Höppner, Solvejg; Jahn, Manfred: Jüdische Vereine und Organisationen in Chemnitz, Dresden und Leipzig 1918 bis 1933: Ein Überblick, Sächsisches Druck- und Verlagshaus, Dresden, 1997, 24, 43.

  • Kowalzik, Barbara: Jüdisches Erwerbsleben in der inneren Nordvorstadt Leipzigs 1900 -1933, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig, 1999, 24.  

 
 
 
 
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