Musikbibliothek Peters - Juden in Sachsen

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Musikbibliothek Peters

1893/1894

Die Musikbibliothek wurde 1893 von Max Abraham, Inhaber des Musikverlags C. F. Peters,  gegründet. Seit 1894 stand sie den Benutzern zur öffentlichen und unentgeltlichen Nutzung zur Verfügung und war die erste Institution dieser Art in ganz Deutschland.

Der Kaufmannsohn Max Abraham (1831-1900) studierte Rechtswissenschaften und promovierte 1855 zum Dr. jur. Nach einem Referendariat war er im Bankgeschäft in London und Paris tätig. Nach seiner Rückkehr wurde er 1863 Teilhaber der Musikalienhandlung von Julius Friedländer. Im Jahre 1867 gründete Max Abraham die Edition Peters. Zusammen mit Julius Friedländer veröffentlichte er die Lieder von Franz Schubert in der Originalfassung.

Nach dem Ankauf einer Privatbibliothek, der Musikalienleihanstalt Alfred Dörffel, gründete er 1893 die Musikbibliothek  Peters. In einem Testamentsnachtrag vom 20.04.1897 verfügte er die Stiftung der Bibliothek als öffentliche Einrichtung der Stadt Leipzig, für den Fall, dass der Musikverlag erlischt oder die Stadt Leipzig verlässt.

1939 zwangen die Nationalsozialisten Henri Hinrichsen den Neffen Abrahams und Inhaber des Verlags F. C. Peters den Verlag, einschließlich der Musikbibliothek Peters, zu verkaufen. Nach Verkauf und Zahlung aller Abgaben, u. a. der Reichsfluchtsteuer, verblieben der Familie kaum die finanziellen Mittel, um zu emigrieren. Henri Hinrichsen wurde 1942 von Brüssel nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Verlag und Bibliothek an Walter Hinrichsen rückübertragen, später als VEB Edition Peters volkseigen. Der VEB übereignete die Musikbibliothek an die 1954 in der Musikbliothek Leipzig vereinigten Musiksammlungen der Stadt.

Nach der Restitution des VEB Edition Peters an die Alteigentümer sollten die Bestände der Bibliothek Peters laut Vertrag von 1998 als Dauerleihgabe von der Stadtbibliothek Leipzig verwahrt werden. 2004 kündigten die Erben den Vertrag. Im Sommer 2004 hatte der Musikverlag Peters Handschriften, Erstausgaben, Bilder und Briefe aus der Musikbibliothek nach Berlin verbracht.

Nach einer Einigung zwischen Stadt Leipzig und Erben im Februar 2013 bleibt die Sammlung in Leipzig. Verkäufer waren die Erben nach Henri Hinrichsen. Stadt, Freistaat, Bund, die Kulturstiftung der Länder und das amerikanische Packard Humanities Institute finanzierten den Ankauf.

Die Stadt Leipzig und die Erben nach Henri Hinrichsen entschieden, dass der richtige Ort für die Bibliothek nur Leipzig sein könne, sagte der Sprecher. In Leipzig habe Max Abraham die Bibliothek gegründet und Henri Hinrichsen sie schließlich übernommen und erweitert. In der sanierten Stadtbibliothek wurde die international bekannte Sammlung () feierlich an die Stadt übergeben. Dazu gehören mehr als 300 wertvolle Handschriften und Erstausgaben bedeutender Komponisten wie Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy

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