Mendelssohn-Haus - Juden in Sachsen

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Mendelssohn-Haus

1997

Im Mendelssohn-Haus, Goldschmidt Straße 12, lebte von 1845 bis 1847 Felix Mendelssohn-Bartholdy. In den Räumlichkeiten des Hauses befindet sich heute das Mendelssohn-Museum. Als Mendelssohn in das Haus einzog, war die Königstraße, wie die Goldschmidtstraße bis 1947 hieß, die jüngste Straße der Stadt Leipzig. 1843 bis 1844 entstanden, beherbergte sie später nicht nur Mendelssohn-Bartholdy, sondern auch die von Henriette Goldschmidt gegründete Hochschule für Frauen, seit 1894 die Musikbibliothek Peters und im 20. Jahrhundert die Deutsche Buchhändler-Lehranstalt sowie Räume der neuen Nikolaischule. Im Obergeschoss des Mendelssohnhaus (Königstraße 5) befand sich 1867 bis 1874 der Musikverlag C. F. Peters.

Zum 150. Todestag des Komponisten 1997  fand die Wiedereröffnung des Mendelssohn-Haus statt. Vorangegangen waren umfangreiche Restaurationsarbeiten, die durch den Träger des Mendelssohn-Hause, die Internationale Mendelssohn-Stiftung e. V., gegründet 1991 auf Initiative von Kurt Masur, ermöglicht wurden. Das Mendelssohn-Haus zählt zu den im Blaubuch der Bundesregierung verzeichneten Gedächtnisorten mit nationaler Bedeutung.

Jakob Ludwig Felix Mendelssohn Bartholdy (* 3. Februar 1809 in Hamburg; † 4. November 1847 in Leipzig) war ein deutscher Komponist, Pianist und Organist. Er gilt als einer der bedeutendsten Musiker der Romantik und setzte als Dirigent neue Standards, die das Selbstverständnis des Dirigierens bis heute maßgeblich mitprägen.

Daneben setzte sich Mendelssohn Bartholdy für die Aufführung von Werken Händels und Johann Sebastian Bachs ein. Damit trug er wesentlich zu ihrer Wiederentdeckung und zur Herausbildung eines Verständnisses für die „klassische“ Epoche der deutschen Musik bei. Er gilt als Mitbegründer der historischen Musikpflege und gründete das erste Konservatorium in Deutschland.

Mendelssohn Bartholdy wurde nach seinem Tod Objekt antijüdischer Propaganda. Den Beginn machte Richard Wagner, der von den Kompositionen Mendelssohns stark beeinflusst wurde, mit seinem Pamphlet Das Judenthum in der Musik, das 1850, drei Jahre nach dem Tode Mendelssohn Bartholdys, unter einem Pseudonym und dann erweitert 1869 unter seinem Namen erschien. Wagner war zum Zeitpunkt der zweiten Veröffentlichung bereits ein einflussreicher Komponist, und er „schädigte Mendelssohns Ruf nachhaltig“: Seine Auffassung trug zur Geringachtung des Werkes von Mendelssohn Bartholdy in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bei.

1933, nach der Machtübernahme des NS-Regimes, wurden die Werke Mendelssohns kaum noch gespielt. Ein offizielles Verbot existierte zwar nicht, die allgemeine antisemitische Atmosphäre veranlasste aber die meisten Musiker dazu, die Aufführung jüdischer Komponisten von sich aus zu unterlassen. Ein Gegenbeispiel hierzu stellte Wilhelm Furtwängler dar, der im Februar 1934 anlässlich Mendelssohns 125. Geburtstages den Sommernachtstraum aufführte.

Deutsche Komponisten, darunter so berühmte wie Carl Orff, wurden aufgefordert, musikalische Alternativen zu Mendelssohn Bartholdys Musik zu Ein Sommernachtstraum zu schreiben. Büsten und Gedenktafeln von Mendelssohn Bartholdy wurden entfernt (z. B. im November 1936 das Mendelssohn-Denkmal vor dem Leipziger Gewandhaus – wogegen Furtwängler öffentlich protestierte). Der Oberbürgermeister Carl Goerdeler trat wegen der Entfernung des Mendelssohn-Denkmals in seiner Abwesenheit von seinem Amt zurück und wurde in Folge eine der zentralen Figuren des deutschen Widerstands.

Literatur:

 
 
 
 
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