Lise-Meitner-Straße - Juden in Sachsen

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Lise-Meitner-Straße

2001

Lise-Meitner-Straße, Anliegerstraße in Böhlitz-Ehrenberg; nach L. Meitner benannt

Lise Meitner (* 7. November 1878 in Wien als Elise Meitner; † 27. Oktober 1968 in Cambridge, Vereinigtes Königreich) war eine bedeutende österreichische Kernphysikerin. Unter anderem veröffentlichte sie im Februar 1939 zusammen mit ihrem Neffen Otto Frisch die erste physikalisch-theoretische Erklärung der Kernspaltung, die ihr Kollege Otto Hahn und dessen Assistent Fritz Straßmann am 17. Dezember 1938 entdeckt und mit radiochemischen Methoden nachgewiesen hatten.


Anfang 1933 war Meitner wie viele andere noch zuversichtlich, dass die Folgen der Machtübernahme durch die NSDAP glimpflich bleiben würden. Derartige Zeiten des Umbruchs seien zunächst unvermeidlich mit allen möglichen Wirren verbunden, nun komme es auf vernünftige Zurückhaltung an. Hitlers im Radio übertragene Antrittsrede als Reichskanzler habe doch „sehr moderat geklungen, taktvoll und versöhnlich“. Aber als Folge des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums von Anfang April 1933 wurde Meitner aufgrund ihrer jüdischen Abstammung die Lehrbefugnis entzogen, sie konnte ihre Arbeit an Bestrahlungsexperimenten mit Neutronen lediglich am (nicht staatlichen) Kaiser-Wilhelm-Institut fortsetzen. 1938, als Deutschland Österreich annektierte, wurde Lise Meitner deutsche Staatsbürgerin und war dadurch als gebürtige Jüdin in besonderer Weise gefährdet.


Otto Hahn hatte große Sorge um ihre Sicherheit und bereitete daher zusammen mit dem niederländischen Chemiker Dirk Coster ihre illegale Ausreise ins Exil vor, die am 13. Juli gelang. Über die Niederlande und Dänemark kam sie nach Schweden, wo sie ihre Forschungen bis 1946 am Nobel-Institut fortsetzte.

Literatur

 
 
 
 
Suchen
Counter
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü