Lipinskistraße - Juden in Sachsen

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Lipinskistraße

2001

Im Juli 2000 beschloss der Leipziger Stadtrat die Umbenennung der Ethel- und Julius-Rosenberg-Straße (Großzschocher) in Lipinskistraße.

Der sozialdemokratische Politiker und Publizist Richard Lipinski wurde am 06. Februar 1867 in Danzig geboren. Etwa 1885, nachdem Lipinski eine Handlungsgehilfenausbildung abgeschlossen hatte, zog seine Mutter mit den vier Kindern nach Leipzig. 1890 trat er in die Sozialdemokratische Partei ein und wurde in der Gewerkschaftsbewegung und als Journalist tätig. Er gehörte 1897 zu den Mitbegründern des Zentralverbandes der Handlungsgehilfen Deutschlands.

Seit deren Gründung schrieb Lipinski für die Leipziger Volkszeitung. Bis 1901 war er Redakteur der Zeitung. 1903 bis 1907 war er Abgeordneter des Reichstags. Lipinski stand fast ein viertel Jahrhundert an der Spitze des SPD-Bezirks Leipzig. Unter seiner Führung trat die Leipziger SPD 1917 geschlossen in die USPD über, die in der Kriegsfrage gegen den Burgfrieden gestimmt hatte.

Während der Novemberrevolution 1918 war Lipinski für zwei Monate Sächsischer Ministerpräsident und später Vizepräsident der Sächsischen Volkskammer sowie Innenminister des Freistaats Sachsen (1920-1923). 1920 bis 1933 vertrat er im Reichstag die USPD/SPD.

Seine publizistischen und journalistischen Arbeiten veröffentlichte er vorwiegend in der von ihm 1898 gegründeten Verlagsbuchhandlung. 1931 wurde seine zweibändige Monographie Die Geschichte der sozialistischen Arbeiterbewegung in Leipzig veröffentlicht.

1933 wurde Lipinski von den Nationalsozialisten verhaftet und mehrfach gefoltert. Zwei Jahre brachte er in Untersuchungshaft zu. Lipinski starb 1936 in Bennewitz bei Wurzen.

Literatur:

 
 
 
 
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