Leipzig-Loge - Juden in Sachsen

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Leipzig-Loge U.O.B.B. XXXXIII Nr.496

1900

Die Leipzig-Loge wurde 1900 gegründet. Neben den allgemeinen Bestrebungen des Unabhängigen Ordens Bnai Brith unterhielt die Vereinigung das Kinderheim der Leipzig-Loge (gegründet 1905), förderte wohltätige Institutionen in Leipzig und im Reich und vergab Stipendien an Studenten und Studentinnen der Leipziger Hochschulen. Sie hatte ihren Sitz in der Arndtstraße 1.

Der Orden Bnai-Brith (Söhne des Bundes) entstand 1843 in New York als jüdischer brüderlicher Orden deutschstämmiger Juden. 1882 erfolgte die Gründung der ersten deutschen Loge als „Loge des Reiches“. Die Leipzig-Loge entstand auf Initiative von Alphons Phillipson. Um 1922 – 1923 hatte die Loge 199 Mitglieder, die der wohlhabenden Elite der jüdischen Bevölkerung Leipzigs angehörten: reiche Rauchwarenhändler, Kaufhausbesitzer, Ärzte, Rechtsanwälte und liberale Rabbiner.

1905 richtete die Leipzig-Loge in der Berliner Straße 17 ein Kinderheim ein (ab 1908 Poniatowskistraße 12). Seit 1920 leitete Albert Weill, der Vater des Komponisten Kurt Weill, das Kinderheim. 1905 wurde ein Kindergarten gegründet. In den 20er Jahren verteilte die Loge internationale Hilfsgelder, u.a. der amerikanischen Bnaj Brith und des American Joint Distribution Committee (JOINT), zur Unterstützung der notleidenden jüdischen Institutionen.

In den 30er Jahren vergab die Loge an Mitglieder, die ins Ausland fliehen wollten, Gelder und Bescheinigungen über ihre Mitgliedschaft in der Loge.

Am 10.04.1937 wurde die Leipzig-Loge von der Gestapo aufgelöst.

Literatur:

  • Diamant, Adolf: Chronik der Juden in Leipzig, Heimatland Sachsen, Chemnitz, Leipzig, 1993, 307f.

  • Höppner, Solvejg; Jahn, Manfred: Jüdische Vereine und Organisationen in Chemnitz, Dresden und Leipzig 1918 bis 1933: Ein Überblick, Sächsisches Druck- und Verlagshaus, Dresden, 1997, 42.

  • Lorz, Andrea: Schuhaus H. Nordheimer: Lebensbilder jüdischer Unternehmer in Leipzig, Passage-Verlag, Leipzig, 2002, 29.

  • Schoeps, Julius: Neues Lexikon des Judentums, Bertelsmann Lexikon Verlag, 1992, 206.

 
 
 
 
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