Krochsiedlung - Juden in Sachsen

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Krochsiedlung

1930

1930 wurde die von den Architekten Paul Mebes und Paul Emmerich entworfene Siedlung in nur 78 Wochen fertiggestellt. Sie umfasst über 1000 Wohnungen in drei- und viergeschossigen Häusern. Der neue, im funktionalen Baustil gehaltene Wohnstandort Neu-Gohlis wurde von der Leipziger A. G. für Haus- und Grundbesitz verwaltet. Hans Kroch war einer der Hauptaktionäre.

Kroch wurde 1887 in Leipzig geboren. Er  war seit 1921 Besitzer des Bankhauses Kroch jun. KG. A.A., welches er von seinem Vater übernommen hatte. Kroch ließ u.a. das nach ihm benannte Hochhaus am Augustusplatz bauen. Er gehörte dem Vorstand des Israelitischen Schulvereins an, der die Höhere Israelitische Schule unterhielt, und war Gründungs- und Aufsichtsratsmitglied der Leipziger Messe AG.

1938 verschleppten die Nazis Kroch ins Konzentrationslager Buchenwald. Nur unter der Bedingung des Eigentumsverzichts wurde er entlassen. Er floh vor den Nationalsozialisten zunächst nach Argentinien und ging später nach Jerusalem. 1940 verhafteten die Nazis seine Frau Ella Kroch bei ihrem Fluchtversuch aus Deutschland und ermordeten sie zwei Jahre später im Konzentrationslager Ravensbrück.

2007 ehrte der Bürgerverein der Krochsiedlung Hans Kroch mit einer Gedenkplatte am Haus Helgoländer Weg 1.

Literatur:

  • Diamant, Adolf: Chronik der Juden in Leipzig, Heimatland Sachsen, Chemnitz, Leipzig, 1993, 404f.

  • Kirchhof, Heike: Jüdisches Leben in Leipzig: Gestern - Heute – Morgen: Ein Literatur- und Bestandsverzeichnis der Rolf-Kralovitz-Bibliothek der ECS Stiftung Leipzig, Leipzig, 2006, 132.

  • Riedel, Horst: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, Leipzig, 2005, 321.

  • Staeubert, Klaus: Der Mann, der Leipzig verändert hat: Bürgerverein ehrt Gründer der Krochsiedlung zum 120. Geburtstag mit einer Gedenkplatte, Leipziger Volkszeitung, 29.05.2007, 18.

 
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