Kaufhaus Bamberger Hertz - Juden in Sachsen

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Kaufhaus Bamberger & Hertz - Königsbau

1911

Das Kaufhaus des Familienunternehmens Bamberger & Hertz, nach der Baufirma Königsbau AG auch Königsbau genannt, eröffnete am 18.10.1911 am Augustusplatz. Besitzer des Herrenkonfektionshauses war Heinrich Bamberger, die Geschäftsführung lag in den Händen der drei Brüder Bamberger Heinrich, Gustav und Fritz.

Der Boykott jüdischer Geschäfte und Lieferbeschränkungen verringerten den Umsatz des erfolgreichen Unternehmens nach 1933, so dass die Einnahmen 1938 kaum noch ein Drittel der Einnahmen von vor 1933 betrugen. 1936 bis 1938 erwehrte sich das Unternehmen standhaft des Drucks, der von den Enteignungsverordnungen und Enteignungsaktionen der Nationalsozialisten ausging. Deshalb wurde das Kaufhaus in der Pogromnacht im November 1938 von den Nationalsozialisten kurzerhand angezündet, die Besitzer der vorsätzlichen Brandstiftung bezichtigt und für den Wiederaufbau des Gebäudes finanziell verantwortlich gemacht. Am 8. Dezember wurde die Firma Bamberger & Hertz aufgelöst und die AG Königsbau liquidiert, d. h. in das Vermögen nichtjüdischer Eigentümer überführt.

Die Brüder Ludwig und Gustav Bamberger wurden von den Nationalsozialisten am 11. November 1938 nach Buchenwald verschleppt. Völlig mittellos hatten sie keine Möglichkeit zu emigrieren. Gustav starb im 1942 in einem Konzentrationslager bei Riga. Ludwig und dessen Frau Olla kamen in Theresienstadt ums Leben.

Seit dem 31.10.2003 hängt im Innenhof des Königsbaus eine von der Alten Leipziger gestiftete Gedenktafel, die an das Kaufhaus Bamberger & Hertz erinnert.

Literatur:

  • Kirchhof, Heike: Jüdisches Leben in Leipzig: Gestern - Heute – Morgen: Ein Literatur- und Bestandsverzeichnis der Rolf-Kralovitz-Bibliothek der ECS Stiftung Leipzig, Leipzig, 2006, 91.

  • Lorz, Andrea: Existenzvernichtung und „Arisierung“ im Einzelhandel und im Gesundheitswesen, in: Gibas, Monika: Arisierung in Leipzig, Universitätsverlag, Leipzig, 2007, 59 – 61.

  • Lorz, Andrea: Suchet der Stadt Bestes: Lebensbilder jüdischer Unternehmer aus Leipzig, Pro Leipzig, Leipzig, 1996, 42 – 67.

  • Riedel, Horst: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, Leipzig, 2005, 39.

 
 
 
 
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