Katzstraße - Juden in Sachsen

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Katzstraße

2006 -

Die Katzstraße in Probstheida ist 2006 nach dem aus Leipzig stammenden Nobelpreisträger für Biophysik und Neurobiologie, Sir Bernard Katz, benannt worden.

Bernhard Katz wurde am 26. März 1911 als Sohn des aus Russland eingewanderten jüdischen Pelzhändlers Max Katz und dessen Frau Eugenie Rabinowitz in Leipzig geboren. Er verbrachte seine Jugend im Haus seiner Eltern im Haus König-Johann-Straße 13, die seit 1947 Tschaikowskistraße heißt, und besuchte das König-Albert-Gymnasium. Von 1929 bis 1933 studierte er am Physiologischen Institut der Universität Leipzig Medizin. Auch war er Preisträger des „Siegfried-Garten-Preises“, allerdings unter dem deutschen Pseudonym Johann Müller. 1933 war Katz der Vorsitzende der 1919 gegründeten jüdischen Studentenverbindung „Hatikwah“ in Leipzig. 1934 promovierte er an der Universität Leipzig zum Dr. med. Förderung erhielt er durch den Ordinarius des Physiologischen Instituts, Prof. Dr. M. Gildenmeister (1876-1943).

1935 folgte Katz der Einladung des britischen Physiologen Achibald Vivian Hill (1886-1977) an das University College in London und emigrierte aus Deutschland. In England änderte er seinen Vornamen in das englische Pendant „Bernard“. 1939 gelang es ihm, seine Eltern aus Deutschland zu bringen und gemeinsam mit ihnen nach Australien auszuwandern. In Australien forschte er bis 1945 über neuromuskuläre Transmissionen am Sydney Hospital, nur unterbrochen durch den Militärdienst in der Royal Australian Air Force.

Bernard Katz kehrte 1946, erst kurz verheiratet, nach Großbritannien zurück. Er wurde Professor u. a. an der University of Liverpool und in den USA an der John Hopkins University und der amerikanischen Harvard University. Katz’ Forschungsschwerpunkt war die Physiologie der Nerven und Muskeln, sein Spezialgebiet die Elektrobiophysik zur Nervenerregung und Muskelkontraktion. 1952 folgte Katz Hill auf den Lehrstuhl für Biophysik am University College.

Noch ehe er am 12. Oktober 1970 gemeinsam mit Julius Axelrod (1912-2004) und Ulf Svante von Euler-Chelpin (1905-1983) den Nobelpreis für seine Arbeiten zur Aufklärung der Erregungsübertragung in Nervensynapsen mit Hilfe chemischer Mediatoren erhielt, wurde er im Jahr 1969 von Königin Elisabeth II. geadelt.

Am 26. Juli 1990 wurde Bernard Katz auch in Deutschland späte Anerkennung zuteil, als ihm die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig die Ehrendoktorwürde verlieh. Zehn Jahre später, am 14. Oktober 2000 wurde ihm zu Ehren ein Gedenkstein mit Bronzetafel im Park des Universitätsklinikums an der Liebigstraße eingeweiht.

Sir Bernard Katz starb am 20. April 2003 im Alter von 92 Jahren in London.

2006 wurde im Leipziger Stadtteil Probstheida eine neu angelegte Straße ihm zu Ehren Katzstraße genannt.

Literatur:

  • Diamant, Adolf: Chronik der Juden in Leipzig, Heimatland Sachsen, 1993, Chemnitz, Leipzig, 189.

  • Ephraim-Carlebach-Stiftung [Hrsg.], Judaica Lipsiensia: Zur Geschichte der Juden in Leipzig, Edition Leipzig, 1994, Leipzig, 115.

  • Hebenstreit, Uta: Die Verfolgung jüdischer Ärzte in Leipzig in den Jahren der nationalsozialistischen Diktatur: Schicksale der Vertriebenen, Dissertation, 1997, Leipzig, 108-109.

  • http://www.leipzig-lexikon.de/Personen/19110326.htm, 02.08.2007.

  • Kirchhof, Heike: Jüdisches Leben in Leipzig: Gestern - Heute – Morgen: Ein Literatur- und Bestandsverzeichnis der Rolf-Kralovitz-Bibliothek der ECS Stiftung Leipzig, 2006, Leipzig, 127-128.


 
 
 
 
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