Katzmannstraße - Juden in Sachsen

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Katzmannstraße

1992

Die Katzmannstraße in Mockau ist 1992 nach dem Direktor des Jüdischen Schulwerks benannt worden. Katzmann, geboren am 23.04.1895 in Flieden bei Fulda, war von Beruf Volksschul- und Turnlehrer. Er unterrichtete seit 1934 an der Jüdischen Volksschule und übernahm 1939 die Leitung der Schule bis zu seiner Deportation nach Auschwitz 1943. Katzmann begleitete die von den Nationalsozialisten bedrängte und gleichgeschaltete Schule bis zum Ende der Jüdischen Gemeinde und des Jüdischen Schulwerks der Stadt Leipzig.

Seit ihrer Machtübernahme hatten die Nationalsozialisten die Gleichschaltung der 1912 von ihrem langjährigen Direktor, Verwalter und Konzessionär, Dr. Ephraim Carlebach gegründeten Höheren Israelitischen Schule betrieben. Dr. Ephraim Carlebach wurde von seinem Posten verdrängt und schließlich 1934 beurlaubt.

Nach dem erzwungenen Ausscheiden des Schulgründers übernahm der Israelitische Schulverein e. V. 1936 nach langen Verhandlungen die Trägerschaft der Schule, gemeinsam mit der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig und der Reichsvertretung der Juden in Deutschland.

Dr. Siegfried Weikersheimer seit Ende 1934 kommissarischer Direktor des Jüdischen Schulwerks wurde im selben Jahr von der Gemeindevertretung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig (ohne die Stimmen der zionistischen Gemeindeverordneten) zum Direktor des Schulwerks (Höhere Israelitische Schule und Jüdische Volksschule) gewählt. Weikersheimer wurde in der Pogromnacht von 1938 nach Buchenwald verschleppt und emigrierte im März 1939 nach England.

1939 ernannte der Israelitische Schulverein Leipzig e. V. Katzmann zum Hauptlehrer und Schulleiter der Jüdischen Volksschule. 1939 musste der Israelitische Schulverein aufgelöst werden. Die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland übernahm die Trägerschaft der Schule, die von da an Private Volksschule der Reichsvereinigung der Juden für Knaben und Mädchen Leipzig hieß.

Außer der Tätigkeit als Leiter der Schule oblag Katzmann seit 1942 zusätzlich die Verwaltung des im Gebäude der Schule eingerichteten Judenhauses.

Katzmann geriet wie Weikersheimer in die „Sonderaktion“ der Pogromnacht von 1938. Nach der Entlassung bemühte er sich erfolglos um die Ausreise. Im September 1942 deportierten die Nationalsozialisten Daniel David Katzmann, seine Frau Hilde und die in Annaberg 1933 geborene Tochter Inge nach Theresienstadt und von dort 1943 in das Todeslager Auschwitz.

Literatur:

  • Kowalzik, Barbara: Lehrerbuch:Die Lehrer und Lehrerinnen des Leipziger jüdischen Schulwerks 1912 – 1942, vorgestellt in Biogrammen, Herausgeber: Stadt Leipzig, Der Oberbürgermeister, Stadtarchiv, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig, 2006, 36, 184 – 185, 234 – 239.

 
 
 
 
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