Israel Behr - Juden in Sachsen

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Israel Behr

In Memel entstand eine eigentümliche Verbindung zwischen deutschen und litauischen Juden. 1939 wohnten in Memel etwa 80 000 Einwohner, davon waren ungefähr 10 000 Juden. Die Juden hatten einen großen Anteil an der Entwicklung der Stadt und am Aufbau der Infrastruktur. Außer der Entwicklung des Handelsnetzes (Engros und Einzelhandel) und der Speditionsfirmen wurden eine Textilfabrik (Inh. Feinberg), eine Tabakfabrik (Inh. Brüder Salomon), eine Seifenfabrik „Mesefa" (Inh. M. Feinstein und Brüder Friedmann) und viele andere Unternehmungen der Stadt von Juden gegründet. In Memel lebte damals auch der Ehrenkonsul Portugals Naftal...

Mein Vater gründete in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts (noch vor der Angliederung des Memelgebiets an Litauen) mit seinen Geschäftspartnern die Firma Schwarz & Co. Herr Schwarz hat Anfang der dreißiger Jahre die Firma verlassen und Behr und Burrack blieben Inhaber der Firma. Das Unternehmen beschäftigte sich überwiegend mit dem Import von Lebensmitteln, verschiedener Chemikalien und wertvoller Farben aus den USA, Deutschland, Dänemark, der Niederlande, Belgien, Frankreich, Spanien und Indien (soweit ich mich noch erinnere). Außerdem hatten sie zwei kleine Fabriken (heute würde man diese Werkstätten nennen) zur Herstellung von Kerzen und koscherem Palmin. Weiterhin betrieb die Firma den Vertrieb der Erzeugnis einer Firma aus Kaunas, die Chlorodont Zahnpasta, NIVEA Creme und NIVEA Öl herstellte. Wenn ich mich nicht irre, waren die Inhaber der Fabrik in Kaunas die Gebrüder Ratz. Handelsreisende verkauften die Waren der Firma im westlichen Teil Litauens (Zemaitija) an die Einzelhändler. Große Kunden der Firma waren die Leinefabrik „Mastis" in Telschai, die Schuhfabrik „Batas" (Inh. Frenkel) in Schaulai, die Textilfabrik „Litex" (Inh. Klies und Posewjanski) in Kaunas und viele andere. Diese hatten bei der Firma Chemikalien zur Verarbeitung der Rohstoffe gekauft.

Meine Eltern heirateten am 26. Juni 1923 in Försterei (Giruliai) (einem kleinem Kurort sieben Kilometer von Memel entfernt). Mein Vater wurde 1892 in Plunge (etwa 50 - 60 Kilometer von Memel entfernt) geboren. Mama war 1899 in Krottingen (Kretinga), 21 Kilometer von Memel, und einen Kilometer von der Grenze des Memelgebietes entfernt, geboren worden. Ihr Geburtsname war Mendelowitsch. Mein Vater hatte zwei Vornamen: Jacob und Jecheskel. In allen Urkunden wurde er Jacob genannt (auf Litauisch Jakubas). Alle Verwandten und Bekannten nannten ihn Chatze (eine Koseform von Jecheskel). Papa hing sehr an seinen Verwandten und ganz besonders an seinen Söhnen. Diese Liebe hat er nachher auch auf seine Enkel übertragen. Mama hatte auch zwei Vornamen, Lea und Riva (eine Koseform von Rebekka), aber alle haben sie Riva gerufen. Sie war zu allen wohlwollend und lebte nach dem Prinzip: Mein Haus ist dein Haus. Sie war der Liebling der ganzen Familie, nicht nur ihrerseits, aber auch von der Seite meines Vaters. Mein Opa (mütterlicherseits), hat sie immer Rebecca genannt und ich glaube er wollte ihr damit seine besondere Liebe und Achtung erweisen.

Meine erste Erinnerung aus der Kindheit war ein Pesachabend in Dorbijani bei meinen Großeltern (väterlicherseits). Ich war drei oder vier Jahre alt (doch darüber später). Ich erinnere mich daran, wie ich in diesem Alter mit Mama auf der Liebauer Straße spazieren ging und sie mich bat, sie zu fotografieren. Dieses Foto bewahre ich noch heute im Familienalbum auf. Im Gedächtnis ist mir die Geburt und die Brit - Mila meines Bruders geblieben. Ich war fünf Jahre alt, als mein Bruder geboren wurde... An die Feier der Beschneidung erinnere ich mich noch sehr gut. Es war ein wolkiger Tag. Ich stand auf der Straße und begrüßte die Gäste mit: „Ich habe einen Bruder". Es waren sehr viele Gäste... Meine Eltern sprachen zwar verhältnismäßig gut russisch. Sie unterhielten sich aber nur dann auf Russisch, wenn sie nicht wollten, dass ich oder mein Bruder das Gespräch verstehen. Mein Bruder hat den Vornamen Jehoschua (das war der Vorname des Großvaters meines Vaters). Im Standesamt wurde er auf Deutsch als Harry gemeldet.

In Memel wohnten wir in der Wiesenstraße 8. In diesem Teil der Stadt wohnten viele Juden und mit vielen Familien waren wir eng befreundet. Leider gab es keine Jungen in meinem Alter. Ich war immer (bis zum Gymnasium) mit Jungen befreundet, die ein Jahr älter als ich waren. Zu meinem Freundeskreis zählten Samuel Spitz (1936 nach Palästina ausgewandert), Ari Schwarz (umgekommen im Holocaust 1941 in Palanga, Martin Burrak (1935 nach Palästina ausgewandert und in den sechziger Jahren dort gestorben) und Max Götz. Max und sein Vater sind im Holocaust umgekommen, seine Mutter und seine Schwester Edith haben den Holocaust überlebt und sind in die USA ausgewandert. Außerdem war ich befreundet mit Sasha Ospowat, der 1941 in die USA 1941 ist. Jetzt lebt er im Staat Oklahoma, wo ich und meine Frau ihn 1989 besucht haben.

In der Grundschule war ich der einzige Jude in der Klasse. An ein schlechtes Verhalten mir gegenüber als einem Juden kann ich mich nicht erinnern. Als ich 1990 in der Zeitung der Memler Landsleute ein Inserat veröffentlichte, dass ich nach Deutschland ausreisen will, erinnerte sich ein Schulkamerad der Grundschule (Otto Sens) an mich und schickte mir sogar ein Foto unserer Klasse. Am Sonnabend war immer Unterricht, aber ich habe keine Bücher in die Schule getragen und dort auch nicht geschrieben. Kontrollarbeiten wurden am Samstag nicht durchgeführt. Unser Grundschullehrer Simeitis respektierte die jüdische Religion. An jüdischen Feiertagen besuchte ich die Schule nicht. 1934 trat ich ins Gymnasium ein. Es war das einzige deutsche Gymnasium in Memel. Im Gymnasium lernten nur Jungen. Für die Mädchen gab es ein Lyzeum. Eigentlich mussten für die Aufnahme ins Gymnasium Prüfungen abgelegt werden, aber mit guten Grundschul-Noten wurde man auch ohne Prüfung aufgenommen... In unserer Gymnasialklasse waren wir neun jüdische Schüler (das war schon ein bisschen fröhlicher). Insgesamt hatte die Klasse 27 Schüler, d. h. , 33 Prozent der Schüler meiner Klasse waren Juden, während die jüdische Bevölkerung zwölf Prozent der Bevölkerung der Stadt Memel stellte.

Das Lernen am Gymnasium verlief glatt. Ich hatte einen guten Leistungsstand. Das Verhältnis der Lehrer zu den jüdischen Schülern war loyal. Ich glaube, das hing damit zusammen, dass es sich um ein privates Gymnasium handelte. Die Lehrgebühren waren sehr hoch - 35 Lit monatlich, wenn ich mich richtig daran erinnere. In jenen Zeiten war das sehr viel Geld. Ein Buchhalter einer Firma, der noch dazu eine Familie ernähren musste, verdiente ca. 300 Lit monatlich. Der Direktor des Gymnasiums war ein hochanständiger Mensch und blieb es auch bis zu unserem Abgang vom Gymnasium. Aber einen Vorfall möchte ich immerhin schildern. Im Gymnasium unterrichtete Herr Gesinski Geographie und Sport. Alle waren der Meinung, dass er ein ausgesprochener Antisemit sei, und wir vermuteten, dass er jüdischen Schülern schlechtere Noten gab. Einmal beschäftigten wir uns im Unterricht mit der Insel Madagaskar. Er erzählte uns, dass sich die Insel in einem desolaten Zustand befinde. Plötzlich meinte er: „Diese Insel sollte man den Juden geben. Sollen sie doch dort alles in Ordnung bringen". Und wandte sich an mich. „Was würdest Du zu dieser Frage sagen, Israel?". Ich glaube, dass er sich wegen meines Vornamens mit dieser Frage an mich wandte. Ich war anfangs verblüfft, aber dann stand ich auf und sagte: „Wenn die Juden in Palästina die Wüste in ein blühendes Land verwandelt haben, dann besteht kein Zweifel, dass sie es auch in Madagaskar schaffen würden. " Er guckte mich erstaunt an und sagte: „Vielleicht hast du auch recht. " Seitdem hatte ich den Eindruck, dass er mir immer bessere Noten gab.

Wir hatten einen Lehrer, der Englisch unterrichtete, Belgardt, Lehrer und Kaufmann. Wenn er bemerkte, dass jemand beim Lernen hinterherhinkte, schlug er vor, ihn persönlich zu betreuen. Mein Freund nahm seinen Vorschlag an. Am Tag vor der Kontrollarbeit gab ihm Belgardt den Text der Kontrollarbeit. Danach schrieben wir alle die Arbeit mit besten Noten. Wir hatten verschiedene deutsche Schulkameraden, aber an einen möchte ich besonders erinnern - Gerd Dhumat. Er sonderte sich nie von den jüdischen Schülern ab. Ich habe noch ein Foto, auf dem er mit uns jüdischen Mitschülern bei einem Spaziergang zu sehen ist. Als ich nach Deutschland kam und ich meine deutsche Staatsbürgerschaft wiederherstellen musste, war er sofort bereit mir zu helfen und schickte mir seine Zeugenaussage zu. Bis zu seinem Tode führten wir einen regen Briefwechsel. Er lud mich mehrmals zum Klassentreffen der ehemaligen Schüler meines Gymnasiums ein, aber ich hatte keine Möglichkeit, seiner Einladung zu folgen.

Ich will noch ein Ereignis beschreiben. In unsere Klasse kam ein neuer Mitschüler. Er stammte aus Deutschland und war der Sohn des Sekretärs des deutschen Konsulats. Er wohnte in der Nähe unserer Wohnung, und nach dem Unterricht gingen wir zusammen nach Hause. Er lud mich zu sich in die Wohnung ein. Da er nicht vermutete, dass ich ein Jude sei, hat er mir erzählt, dass er ein Mitglied der Hitlerjugend sei, und zeigte mir ein Messer, in das „Tod den Juden" eingraviert war. Er prahlte noch, dass über dieses Messer jüdisches Blut geflossen sei. Ich ging sofort weg, ohne mich zu verabschieden. Da begriff er meine Volkszugehörigkeit. Ich erzählte meinen jüdischen Mitschülern von diesem Zwischenfall. Der Neue musste noch oft dafür büßen. In unserer Gruppe waren Jungen, die im Vergleich zu mir größer und deutlich stärker waren.

Unsere Familie war nicht fanatisch religiös. Selbstverständlich feierten wir den Sabbat und die anderen jüdischen Feiertage. Das wir Koschrut hielten, stand außer Frage. Ich musste einige Male zum Rabbiner gehen, um mich erkundigen, ob das Huhn zum Verzehr vorgesehene Huhn auch koscher sei oder nicht, falls ein Fleck (Mal) auf der Leber gefunden worden war. Ich trug selbst oft Hühner zum Schlächter (Schächter), der sie nach dem jüdischen Ritus schlachtete. Alle jüdischen Feiertage wurden zu Hause gefeiert. Während meiner Grundschulzeit, hatte ich zweimal wöchentlich privaten Religionsunterricht. Ich erlernte Hebräisch, studierte die Thora und jüdische Geschichte. Der Privatlehrer bereitete mich auch auf die Barmizwa vor, d. h. auf das Volljährigkeitsritual (13. Geburtstag, jüdische Konfirmation). Wenn ich zurückblicke und alles betrachte, komme ich zu dem Schluss, dass dieser Unterricht mir viel gegeben hat. Das Gymnasium besuchten wir die ganze Woche, auch am Sabbat. Aber es existierte ein ungeschriebenes Gesetz, dass am Sabbat keine schriftlichen Arbeiten durchgeführt und jüdische Schüler wurden an die Tafel gerufen wurden, da es laut den jüdischen Gesetzen verboten ist, am Sabbat zu schreiben. Wie war es dann mit den Büchern am Samstag? Am Freitagnachmittag wurde für uns das Gymnasium geöffnet und wir brachten unsere Schultaschen hin. Diese holten wir am Sonntagmorgen wieder ab. War das ein Zeichen dafür, dass wir sehr streng alle jüdischen Gesetze eingehalten haben? Ich glaube, nicht. Wir liefen in der Regel auf der Straße ohne Kopfbedeckung. Am Sabbat schalteten wir Licht ein, was nach den religiösen Gesetzen streng verboten ist. Wir handelten so und waren trotzdem stolz auf unsere Religion.

Meine Barmizwa war sehr festlich. Zur Feier kam unsere gesamte Verwandtschaft. In der Synagoge wurde ich zur Thora aufgerufen und las die Haftbar vor - einen Abschnitt aus den Prophetenbüchern der Bibel (Tanach). Der Rabbiner gratulierte mir und schenkte mir eine hebräische Bibel. Nach dem Gottesdienst kamen bei uns zu Hause alle Männer und der Rabbiner zum Sabbatessen zusammen (ca. 40 Personen). Abends kamen 75 Verwandte, Freunde und Bekannte. Am Sonntag feierte ich mit allen meinen Freunden und den Kindern unseres Bekanntenkreises. Am Samstag, morgens und abends, hielt ich eine Rede (Droscha), in der ich mich bei meinen Eltern und vielen anderen dafür bedankte, dass sie mich bis zum 13. Lebensjahr unterstützt haben. Ich erinnere mich, dass zur Vorbereitung der Mahlzeiten eine Köchin aus Litauen eingeladen worden war. Diese Feiertage sind mir bis heute im Gedächtnis geblieben. Zur Barmizwa wurde mir zum erstmals ein Anzug mit langen Hosen genäht. Das Anzugtragen war auch ein Zeichen der Volljährigkeit. Bis dahin habe ich nur kurze Hosen oder Knickerbocker getragen.

Ich denke oft über das Lehrsystem im Memler Gymnasium nach und vergleiche es mit dem Schulunterricht meiner Kinder und Enkel. Ich bin zum Schluss gekommen, dass die Lehre vor dem Krieg einfach besser war... Was den Deutschunterricht betrifft, so waren die Anforderungen damals sehr hohe Anforderungen. Leider habe ich im Laufe von 50 Jahren die Sprache selten benutzt und vieles schon vergessen. Uns wurde die Lektüre aller Klassiker abverlangt. Wir waren verpflichtet einmal wöchentlich oder einmal alle zwei Wochen dem Lehrer eine Liste der gelesenen Bücher vorzulegen. Er war sehr belesen und mit Hilfe einiger Fragen konnte er sich überzeugen, ob wir ihn nicht betrogen hatten. Für vier durchgelesene Bücher bekamen wir eine gute Note... Wir lernten Schillers Balladen auswendig, zum Beispiel „Der Taucher", „Die Kraniche des Ibykus" und selbstverständlich „Die Glocke". Als ich 1989 meinen Jugendfreund in den USA traf, erzählte er mir, dass der englischer Akzent, den man uns am Gymnasium beigebracht hatte, schrecklich gewesen. Ich hatte jedoch innerhalb von vier Jahren Englisch so gut erlernt, dass ich mich mit den Matrosen von den Schiffen, die in unserem Hafen lagen, ohne Probleme unterhalten und mit ihnen Briefmarken tauschen konnte. Alle Jungen waren Philatelisten, und Briefmarken für Geld zu kaufen, war bei uns verpönt. Eigentlich bekamen wir auch nie Taschengeld. Wir bekamen Geld für Kino, Eis und Pralinen u. ä. von unseren Eltern. Auch während des Krieges kam mir mein Englisch zupass, als ich vielen Vertriebenen, deren Verwandte nur Englisch sprachen, bei der Korrespondenz half. Für jeden übersetzten Brief bekam ich eine Belohnung von 100 - 150 g Brot. Nach drei Jahren Lehre konnten wir bereits englische Bücher und die Zeitschrift „Times" lesen. Leider habe ich im Laufe von 50 Jahren den Wortschatz verloren und beherrsche die Sprache de facto nicht mehr. Ich schreibe das, um zu betonen, dass man in Russland Fremdsprachen nur wenig Aufmerksamkeit schenkte. Nicht nur nach dem Abitur, sogar nach der Universität beherrschten die meisten Absolventen keine Fremdsprache. Ich glaube, dass es in Deutschland in dieser Hinsicht viel besser ist.

Im Gymnasium wurde auch Litauisch unterrichtet. Mit dem Erlernen dieser Sprache begannen wir erst in der vierten Klasse. Englischunterricht hatten wir seit der ersten Klasse. In Litauisch unterrichtete uns ein Lehrer aus Bayern mit Namen Huber. Als ich 1939 nach Litauen kam, wurde mir klar, dass ich diese Sprache überhaupt nicht beherrsche. Ich glaube, dass Herr Huber diese Sprache auch nicht kannte. Er erzählte uns nur etwas aus dem Lehrbuch. Und niemand verfolgte diesen Unterricht mit Aufmerksamkeit. Er war reine Formsache...

Es war geplant gewesen, in Memel, ein jüdisches Gymnasium einzurichten. Genügend Schüler für alle Klassen waren vorhanden. Die Frage des Gebäudes und der Lehrkräfte konnte geklärt werden. Aber nicht alle Eltern nahmen diesen Vorschlag an. Eine Mutter äußerte sich auf der Elternversammlung: „Ich schicke meinen Sohn nicht aus einem Saal in einen Stall". Das Gymnasium hätte sowieso nicht lange bestanden (Anfang 1939 war Memel schon „judenfrei"), aber die Schüler wären vor dem moralischen Trauma, welches ihnen Anfang November 1938 zugefügt wurde, bewahrt geblieben (aber darüber später). Ab 1936 gab es eine jüdische Grundschule. Einer der ersten Schüler war mein Bruder Harry. Leider löste sich auch diese Schule im März 1939 selbst auf. Angesichts der kommenden Katastrophe im Zusammenhang mit der zunehmenden Macht Hitlers konnte die jüdische Jugend ihrem Schicksal nicht gleichgültig gegenüber stehen.

In Memel, wie in der ganzen Welt, gründeten sich Jugendorganisationen. Wie die Organisationen der Älteren wurden Jugendorganisationen aller zionistischen Richtungen gebildet: Rechte Revisionisten (Führer: W. Jabotinsky), allgemeine Zionisten (Führer: Ch. Weizman), linke zionistische Gruppen (Führer: Ben Gurion). Es gab auch Organisationen der religiösen Richtung Misrachi und solche der orthodoxen Aguda. In Memel waren die meisten Revisionisten. Meine Eltern gehörten keiner Organisation an, sympathisierten aber ebenfalls mit den Revisionisten. Die Mutter meines Freundes Sasha Ospowat war im Vorstand der Revisionisten. Die Jugendorganisation der Revisionisten „Beitar" war von Jabotinsky gegründet worden. Jabotinsky ist heute eine legendäre Persönlichkeit. In fast jeder Stadt Israels trägt eine Straße seinen Namen. Er starb 1940 in New York. Seine Überreste wurden nach Jerusalem überführt, wo ich und Sonja sein Grab besuchten, als wir in Israel waren. Im Kabinett von Sharon hängt noch heute sein Bild. Jetzt sehen wir alle großen Politiker auf dem Bildschirm des Fernsehers. Das gab es in den dreißiger Jahren nicht.

Ich habe Jabotinsky persönlich gesehen und war bei einem seiner Vorträge anwesend. 1936 oder 1937 kam er nach Memel. Wir, die Mitglieder der „Beitar", erwarteten ihn auf dem Bahnhof. Er begrüßte uns. Später standen wir Ehrenwache vor seiner Suite im Hotel Viktoria, (zwei Jungen je 30 Minuten). Während unserer Anwesenheit kam er einmal aus dem Zimmer. Am Abend nahmen meine Eltern mich zu seinem Vortrag ins Schützenhaus mit. Der Saal war voll besetzt. Es waren nicht nur Juden, sondern auch Deutsche und Litauer gekommen. Seine Rede hielt er in perfektem Deutsch. Er war ein Polyglott und beherrschte viele Sprachen (neun oder zehn)...

Alle meine Freunde waren Mitglieder des „Beitar". Es ist klar, dass wir in diesem Alter nicht aus ideologischer Überzeugung Mitglieder dieses Vereins waren. Aber mit der Zeit waren wir mit „Beitar" verwachsen und übernahmen die Ideale der Organisation. Das Ziel des „Beitar" war die Gründung eines selbständigen jüdischen Staates auf dem Territorium des damaligen Palästina. Wir trafen uns auf Versammlungen, lernten die Geschichte des jüdischen Volkes kennen und akzeptierten die Ziele dieser Organisation als einzig richtige Lösung der jüdischen Probleme. Die Geschichte hat die Richtigkeit dieses Weges bestätigt. Uns wurde viel über die Lebensläufe von Jabotinsky und Trumpeldor erzählt. Eigentlich hat das Wort Beitar eine doppelte Bedeutung. Erstens war es eine Festung und gleichzeitig ist es eine hebräische Abkürzung für „Brit Joseph Trumpeldor" - Verein Joseph Trumpeldors. Trumpeldor war ein ehemaliger russischer Offizier, der 1920 in Tel-Chai im Norden Israels im Kampf gegen die Araber für die Freiheit umgekommen war. Das Wort Tel Chai wurde ein Symbol des „Beitar" und wurde zum Grußwort der Organisation. Außerdem wurde ein Fond „Kern Tel-Chai" gegründet. Wir hatten auch ein Lokal „Maon", in dem wir Versammlungen und andere Veranstaltungen abhielten und Sport (vor allem Tischtennis) trieben.

In den 30er Jahren war die Bewegung der Chaluzim (Pioniere) verbreitet. Das waren junge Leute, die sich das Ziel gesetzt hatten, nach Palästina auszuwandern. Die Einreise war damals beschränkt. Die Chaluzim wohnten in einer Kommune, arbeiteten gemeinsam und ernährten sich und lebten unter sehr einfachen Bedingungen. Es gab eine allgemeine Kasse, aus der das Visum zur Einreise nach Palästina bezahlt wurde. Unter den Chaluzim waren viele Kinder wohlhabender Eltern. Aber sie hatten sich für ein bescheidenes, ärmliches Leben entschieden. Wir Jungen waren sehr gerne bei den Chaluzim und trafen uns mit ihnen zu gemeinsamen Mahlzeiten, obwohl wir zu Hause viel besseres Essen hatten. Unter den Chaluzim befand sich auch eine Cousine meines Vaters, die noch vor dem Krieg nach Palästina auswanderte. Auch mein Cousin war ein Chaluz. Ich erinnere mich daran, wie wir ihn 1936 in Memel bei seiner Abreise nach Palästina verabschiedeten. Er arbeitete später in den Botschaften Israels in Rom und Washington und war persönlich mit Rabin, Kissinger und anderen berühmten Politikern bekannt. Jetzt ist er Rentner und wohnt in Tel-Aviv. Wir haben uns in Israel wiedergesehen.

In Memel gab es auch einen Sportklub „Bar Kochba". Der Klub gehörte zur Vereinigung Makkabi. Dort wurde viel Sport getrieben, selbstverständlich Tischtennis, Leichtathletik zweimal wöchentlich im Stadion, Fußball, Gymnastik einmal wöchentlich in der Halle. Die Seele der Organisation war Benno Katz, ein Freund unserer Familie. Familie Katz ist nach Kanada ausgewandert, wo Benno meines Wissens noch heute lebt. Champion Litauens im Tischtennis war Jephim Chaim Duschkes. Er war ein Neffe unserer Familienfreunde Krokin und wohnte in Kaunas. Als er in Memel war, spielte ich mit ihm. Richtiger wäre zu sagen, dass er, trotz des kolossalen Unterschiedes zwischen uns, mit einem Spiel mit mir einverstanden war und ich bekam von ihm viele nützliche Ratschläge. Wenn ich heute im Fernsehen Tischtennis beobachte, muss ich sagen, dass das Spiel des ehemaligen Champions des Landes mit dem heutigen Spiel überhaupt nicht mehr vergleichbar ist. Duschkes war auch nach dem Krieg UdSSR-Landesmeister im Tischtennis. In der zweiten Hälfte der 30er Jahre gab es keine Kontakte zwischen deutschen Sportklubs und „Bar Kochba". Wir veranstalteten meistens Wettkämpfe mit dem litauischen Sportklub KSS, dem Sportklub des litauischen Regiments. Vorsitzender dieses Klubs war Kapitän Saunoris. Zwei seiner Söhne wurden berühmte Sportler. Der jüngere wurde Champion der UdSSR im Tischtennis, der ältere war Fußballer. Mit dem jüngeren Saunoris trafen wir uns als Gegner auf dem Fußballplatz und an der Tischtennisplatte...

1936 oder 1937 kam das berühmte Theater aus Tel Aviv „Habima" mit einem Gastspiel nach Memel. Die Schauspieler waren Immigranten aus Russland und Schüler des berühmten Regisseurs Stanislawski. Sie führten zwei Theaterstücke auf: „Kurzer Freitag" nach der Erzählung von Ch. N. Bialik und das klassische jüdische Schauspiel „Der Dibuk". Die Eltern nahmen mich zu den Abendvorstellungen mit, die alle sehr beeindruckten. Ich erinnere mich nicht mehr, in welcher Sprache die Stücke aufgeführt wurden. Ich glaube, auf Hebräisch, da die Schauspieler kein Deutsch sprachen und Russisch hätte ich nicht verstanden. Auf Hebräisch konnte ich mich schon unterhalten, leider habe ich die Sprache inzwischen fast vergessen. In Memel wurde noch sehr lange über diese Aufführungen gesprochen.

Ich nehme an, dass ich bis 1934 die kommende nationale Katastrophe nicht richtig verstand. Als einziger jüdischer Schüler in der Grundschule fühlte ich mich nicht bedrängt. Wenn Weihnachtslieder erlernt wurden, war ich immer in der Klasse anwesend, aber niemand drängte mich mitzusingen. Als ich ins Gymnasium kam, hatte sich die Lage schon geändert. Wir jüdischen Jungen waren eine abgesonderte Gruppe, obwohl wir mit vielen deutschen Jungen freundschaftliche Beziehungen pflegten. Der Einfluss des nazistischen Deutschlands war 1934 schon spürbar. Es kamen immer mehr Flüchtlinge aus Deutschland nach Memel. Das war sicher nicht die beste Entscheidung. Schon damals hätte man ahnen können, dass Memel in Kürze von den Deutschen okkupiert werden würde. Die meisten flohen nach Memel, weil sie dort Verwandte hatten. Unter ihnen war mein Freund Erich Jaffee (über ihn später).

1936 wurden die Olympischen Spiele in Berlin veranstaltet. Die Beziehung der Welt zu dieser Veranstaltung war nicht eindeutig. Hitler und seine Schergen bremsten die Verfolgung der Juden zeitweilig. Das war selbstverständlich nur ein Spiel. Deutschlands Champion im Hochsprung war Frau Berman. Sie wurde zu den Trainingsveranstaltungen des deutschen olympischen Teams zugelassen. Aber als das Schiff mit dem amerikanischen olympischen Team abgefahren war, wurde sie wieder vom Training suspendiert („Eine Jüdin kann die Ehre Deutschlands bei der Olympiade nicht verteidigen"). Nach den Spielen kam ein Film über die Olympiade heraus. Wir alle waren sportbegeistert und hätten uns diesen Film gern angesehen. Aber damals galt schon der Boykott aller deutschen Waren und Filme. Es gab in Memel drei Kinos. „Apollo" und „Kammerlichtspiele" waren Eigentum Deutscher und dort wurden fast nur deutsche Filme gezeigt. Wir boykottierten diese Filme nicht nur. Zu der Zeit als die Filme über die Olympischen Spiele gezeigt wurden, standen wir sogar am „Apollo", um nicht zuzulassen, dass sich Juden diesen Film anschauten. Das wurde vom „Beitar" organisiert. Das dritte Kino, „Kapitol" gehörte den Gebrüdern Schless, guten Bekannten unserer Familie. Dort wurden überwiegend amerikanische Filme gezeigt.

Wie ich schon betonte, stellte „Bar - Kochba" die Wettkämpfe mit den deutschen Sportklubs ein. In der ersten litauischen Liga spielte auch der jüdische Klub „Makkabi" aus Kaunas. Wenn sie mit dem litauischen Klub spielten, gingen wir immer ins Stadion, um sie anzufeuern. Ich erinnere mich, ich war fünf oder sechs Jahre, als Papa mich ins Stadion mitnahm. Es spielte der weltberühmte jüdische Fußballclub „Hakcoach" aus Wien gegen einen deutschen Sportclub aus Memel. Damals fanden solche Treffen noch statt...

1938 wurde die Lage sehr beängstigend. Beim Zusammensein meiner Eltern und ihrer Freunde gab es immer Gespräche darüber, ob man die Stadt nicht lieber verlassen sollte. Es war eine schwierige Frage. Wohin sollte man fahren? Ein neues Unternehmen in Litauen zu gründen, war kompliziert und auch keine absolut sichere Zukunftsperspektive. Im Alter meiner Eltern (mein Vater war 46) wäre das nicht leicht gewesen. Mein Vater schrieb an seinen Onkel in den USA einen Brief und bat ihn, uns dorthin einzuladen. Die Einladung kam sehr schnell, aber nach der Quote, welche die Amerikaner festgelegt hatten, mussten wir mindestens fünf Jahre warten. Und wir warteten. Familien, die liquides Vermögen hatte, fuhren weg, überwiegend nach Kaunas und Schaulai, und die mit den besseren Verbindungen und Möglichkeiten - ins Ausland (USA, Kanada, England).

Im September 1938 wurde das Münchener Abkommen geschlossen, in dem Chamberlain und Daladier (Premierminister Englands und Frankreichs) im Gegenzug zu Hitlers Versprechen keine weiteren territorialen Forderungen zu stellen, die Sudeten „verkauften". Damals war es allen vernünftig Denkenden klar, dass dies der Anfang einer Katastrophe war. Litauen war unter dem Druck der Nazis gezwungen worden, vom 1. 11. 1938 an, die Aufsicht über das Memelgebiet abzugeben. Das bedeutete die Aufhebung des Verbotes der nazistischen Parteien im Memelgebiet (SS, SA, NSDAP, HJ, BdM u. a.). Andere Beschränkungen gab es nicht. Ich erinnere mich: Am 31.10.1938 spazierte ich auf der Liebauerstraße mit einer Gymnasiastenmütze. Zu mir kam ein älterer Schüler unseres Gymnasiums, riss mir die Mütze vom Kopf, zertrat sie und schrie: „Es ist eine Schande, dass ein Mitschüler, der Jude ist, die Mütze unseres Gymnasiums trägt. " Mit Fäusten drohte er mir, ich solle die Mütze ja nie wieder aufsetzen. Die Passanten lächelten nur.

Morgens am 1.11.1938, als wir ins Gymnasium kamen, waren alle freudig erregt. Aus gegebenem Anlass war der Schulunterricht abgesagt worden, stattdessen durften wir spazieren gehen. Wir, acht jüdische Jungen, schlossen uns an und liefen wie alle in Richtung des Stadions. Der Lehrer hatte uns angeblich nicht bemerkt und wir blieben zurück. Zum Schluss drehten wir uns um und kehrten zur Stadt zurück. Der Weg führte durch eine Fischersiedlung (Bomelsvit). Dort erkannte man uns als Juden, bewarf uns mit Steinen und schrie: „Juden raus!". Wir gingen nur noch zwei Wochen zur Schule. Im Unterricht ignorierte man uns und in den Pausen bespuckten, stießen und verpönten uns kleine Knirpse, die vier bis fünf Jahre jünger waren. Der Aufsichtslehrer bemerkte angeblich nie etwas, aber als jemand von uns sich verteidigen wollte, empörte sich der Lehrer und beschimpfte uns: „Schämst du dich nicht, Kleine zu schlagen?" Aber das Wort Jude erwähnte er nicht. Die Lage wurde unerträglich und Mitte November 1938 verließen alle jüdischen Schüler, mit Ausnahme der Abiturienten, das Gymnasium.

Am 1.11.1938 besuchten acht jüdische Schüler unserer Klasse das Gymnasium... Herman Berlowitz hat das Ghetto überlebt und wohnt jetzt in Tel Aviv. Wir trafen uns 1996 wieder. Hirsch Grodberg wurde evakuiert und wohnte nachher in Vilnius. In den 1980er Jahren wanderte er nach Deutschland aus. . . Er starb 1995 in Soest. Aron Gurewitch kam 1941 im Holocaust in Palanga um. Don Gordon war in der Zeit des Krieges evakuiert worden und wohnte später in Leningrad und Karelien. Ich konnte ihn leider nicht wiederfinden. Schüler waren außerdem: Leo Elijasch (sein Schicksal ist mir nicht bekannt) und Max Dondes (auch sein Schicksal ist mir nicht bekannt) sowie Sigmund Goldin. Ich habe gehört, dass er angeblich in Afrika (Rhodesien) wohnte. Mehr ist mir nicht bekannt. Die Schüler der Oberprima legten das Abitur und die letzte Prüfung am 15.3.1939 ab. Unter ihnen war mein älterer Freund Abi Spitz, dem es gelang in die USA auszureisen. Er wurde Flieger der U. S. Air Force und kam gegen Kriegsende ums Leben. Ich setzte meinen Unterricht privat bei Frau Wilk fort. Sie besaß eine große Privatbibliothek. Dort konnte man immer wunderbare Bücher über jüdischen Thema finden. Frau Wild ging mit mir den Kurs des Gymnasiums durch. Sie war eine sehr gute Pädagogin... Am 21.3.1939, ich glaube es war ein Dienstag, kam ich nach dem Unterricht nach Hause. Im Treppenhaus traf mich meine sehr besorgte Mama: „Die Nazis besetzen morgen unsere Stadt, wir müssen dringend wegfahren. "

Wir hatten damals Besuch von Vaters Bruder. Er nahm meinen jüngeren Bruder Harry mit nach Dorbenay. Verwandten meiner Mutter aus Krottingen gelang es, uns ein Taxi zu schicken (an diesem Tag war dies fast unmöglich). Mich hat man mit Bettzeug und einigen Koffern ins Taxi gesetzt und nach Krottingen geschickt (21 Kilometer). Unterwegs begleiteten uns SS Leute auf Pferden und schrien „Juden raus!". Wie ich schon schrieb, wurde am 1.11.1938 der Kriegszustand in Memel beendet. Am nächsten Tag marschierten die SS-Leute durch die Stadt. Sie waren gut vorbereitet. Abends kam der Zug von Memel nach Krottingen. Der Zug war nicht nur überfüllt - die Leute fuhren auf Trittbrettern und auf den Dächern der Waggons. Unter ihnen befanden sich auch meine Eltern mit mehreren Koffern.

Innerhalb von 12 Stunden hatte fast die gesamte jüdische Bevölkerung Memel verlassen. Es blieben nur einige Schwerkranke. Auf verschiedenen Wegen gelangten die Flüchtlinge in die Städte und Siedlungen, die nah an der Grenze lagen (Krottingen, Palanga, Gargsadei, Skoudas u. a.). In Krottingen versammelten sich alle Bekannten unserer Familie bei meiner Großmutter (Großvater war im November 1938 gestorben), bei Mamas Schwester und ihrer Tante. Viele Krottinger nahmen über Nacht völlig unbekannte Leute bei sich auf. In den zweieinhalb Zimmern meiner Großmutter übernachteten mehr als 20 Menschen. Die einen auf Stühlen, die anderen auf dem Fußboden. Am nächsten Tag waren alle in höchster Erregung. Die Grenze war noch offen, aber niemand wagte, nach Memel zu fahren. Am 23.3.1939 beschlossen alle, doch noch hinzufahren, um wenigstens etwas vom Vermögen zu retten. Laut Fahrplan fuhr der Zug von Krottingen nach Memel um neun Uhr ab. Die Waggons waren überfüllt. Jeder wollte seine Habe retten. Ungefähr zwei Minuten bevor der Zug abfuhr, kam die Cousine meiner Mutter zum Bahnhof gelaufen und schrie: „Raus aus den Waggons. Das Radio hat gemeldet, dass Hitler um 12:00 Uhr auf dem Kreuzer ,Deutschland' in Memel eintreffen soll." Die Abfahrt wurde um zwei bis drei Minuten verzögert, und der Zug fuhr ohne Passagiere nach Memel ab. Im Laufe von 48 Stunden hatten die Nazis eine für sie wichtige Aufgabe gelöst. Memel war „judenfrei"... (S. 2 - 11).

Danksagung
Einen ganz besonderen Dank will ich dem Vorsitzenden der Leipziger Jüdisch-christlichen Arbeitsgemeinschaft, Herrn Dr. T. Arndt ausdrücken, dem ich meine Erinnerungen zum Lesen gab. Er hat den Text in einen solchen Zustand gebracht, dass ich beschloss, die Erinnerungen für meine Familie, besten Freunde und Bekannten zu vervielfältigen.

Text in: „Erinnerungen und Skizzen aus meinem Leben. 1924-2003 (Familie, Verwandte, Bekannte, Freunde und Berufstätigkeit), Leipzig 2003" (Auszug)

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