Höhere Israelitische Schule - Juden in Sachsen

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Höhere Israelitische Schule - „Carlebachschule"

1912 - 1942

Die 1912 vom Pädagogen und Rabbiner Ephraim Carlebach gegründete Schule zog im Jahre 1913 in das Gebäude in der Gustav-Adolf-Straße 7. Heute  befindet sich dort die Deutsche Zentralbücherei für Blinde.

Gründer und erster Direktor der Schule war bis 1934 der orthodoxe Rabbiner Dr. Ephraim Carlebach. 1914 wurde der israelitische Schulverein gegründet, der die Aufgabe hatte, die Schule materiell und ideell zu unterstützen.

Die Schule wurde verwaltungstechnisch als 6. Realschule der Stadt und Höhere Töchternschule geführt. Zum Lehrerkollegium gehörten jüdische und nichtjüdische, liberale, zionistische gesinnte und orthodoxe Lehrer, Sozialdemokraten, Anhänger der Zentrumspartei und Deutschnationale. Entsprechend dem Mendelssohnschen Vorbild sollten jüdisches Wissen, musische Ausrichtung und Sprachkultur in einem pädagogischen Gesamtkonzept aufgehen. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten wurde Carlebach 1934  als Schuldirektor beurlaubt.

1942 wurde der Schulbetrieb verboten. Der letzte Direktor der Schule, Daniel Katzmann, wurde ebenso wie viele andere Leipziger Juden, denen das Schulgebäude als letzter Wohnort in Leipzig diente, deportiert.  Die am Haus zu sehende Gedenktafel wurde am 07.11.1988 enthüllt und ist von Gerd Nawroth geschaffen worden.

Literatur:

  • Bund der Antifaschisten e. V.; Stadtverband Leipzig der Verfolgten des Naziregimes [Hrsg.]: Stätten des Gedenkens für Verfolgte und Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und für antifaschistische Widerstandskämpfer in und um Leipzig, GNN Verlag Schkeuditz, Schkeuditz, 2006, 137f.

  • Kirchhof, Heike: Jüdisches Leben in Leipzig: Gestern - Heute - Morgen: Ein Literatur- und Bestandsverzeichnis der Rolf-Kralovitz-Bibliothek der ECS Stiftung Leipzig, 2006, Leipzig, 97-98.

  • Kowalzik, Barbara: Das jüdische Schulwerk in Leipzig 1912 - 1933, Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien, 2002.

  • Kowalzik, Barbara: Lehrerbuch: Die Lehrer und Lehrerinnen des Leipziger jüdischen Schulwerks 1912 - 1942, vorgestellt in Biogrammen, Herausgeber: Stadt Leipzig, Der Oberbürgermeister, Stadtarchiv, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig, 2006.

  • Kowalzik, Barbara: Wir waren eure Nachbarn: Die Juden im Leipziger Waldstraßenviertel, Pro Leipzig, 1996, Leipzig, 61-67.

  • Riedel, Horst: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, 2005, Leipzig, 87.

  • Schinköth, Thomas: Jüdische Musiker in Leipzig 1855-1945, Klaus-Jürgen Kamprad, Altenburg. 1994, 54 - 61.

  • http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6here_Israelitische_Schule.


 
 
 
 
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