Hedwig-Burgheim-Straße - Juden in Sachsen

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Hedwig-Burgheim-Straße

2005 -

Hedwig Burgheim war die bekannteste Absolventin der von Henriette Goldschmidt 1911 in Leipzig gegründeten ersten Hochschule für Frauen. Sie stammte aus einem liberalen und der Frauenbildung gegenüber aufgeschlossenen Hause, erlernte den Beruf einer Kindergärtnerin und entschloss sich dann zu einem Studium an der Goldschmidtschule. Sie beherrschte den in der Goldschmidtschule verfolgten Fröbelschen Erziehungsansatz mit wahrer Begeisterung und Meisterschaft. Nach zwei Jahren als Lehrerin in Grünheide wurde sie am Fröbel-Seminar in Gießen tätig und 1920 zur Leiterin des Seminars.

1933 wurde sie entlassen und kehrte 1935 nach Leipzig zurück. 1936 übernahm sie die Leitung der Jüdischen Haushalts- und Kindergärtnerinnenschule der Israelitischen Gemeinde zu Leipzig. Während der Pogrome vom 09.11.1938  wurde die Schule zerstört. Hedwig Burgheim arbeitete seitdem  an der einzig verbliebenen Carlebach-Schule und nahm sich, als durch Flucht und Emigration die Leitung des  Altersheims in der Nordstraße in Frage stand, dieser Aufgabe an.

1943 deportierten die Nationalsozialisten Hedwig Burgheim in das Konzentrationslager Auschwitz. Dort starb sie im Februar 1943.

Seit 2005 gibt es in Leipzig Gohlis die Hedwig-Burgheim-Straße. Die Stadt Gießen verleiht seit 1981 die Hedwig-Burgheim-Medaille für Verdienste um die Verständigung und Verständnis zwischen den Menschen. 2006 wurde als 22. Preisträger der Sozialpädagoge und Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Micha Brumlik mit der Medaille ausgezeichnet. Das „Hedwig-Burgheim-Haus" in Darmstadt - Hauptgebäude der evangelischen Ausbildungstätten für sozialpädagogische Berufe - trägt den Namen der Leipziger Pädagogin.

Literatur:

  • Diamant, Adolf: Chronik der Juden in Leipzig, Heimatland Sachsen, 1993, Chemnitz, Leipzig, 197, 198.

  • Ephraim-Carlebach-Stiftung [Hrsg.], Judaica Lipsiensia: Zur Geschichte der Juden in Leipzig, Edition Leipzig, 1994, Leipzig, 293-295.

  • Kirchhof, Heike: Jüdisches Leben in Leipzig: Gestern - Heute – Morgen: Ein Literatur- und Bestandsverzeichnis der Rolf-Kralovitz-Bibliothek der ECS Stiftung Leipzig, 2006, Leipzig, 95-96.

 
 
 
 
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