Gemeindesynagoge - Juden in Sachsen

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Gemeindesynagoge in der Gottschedstraße

1855 - 1938

Bereits in den frühen 1850er - Jahren wurde mit den Planungen für den Bau einer großen Synagoge in Leipzig begonnen. Am 09.09.1854 fand die Grundsteinlegung für das von Otto Simonson geplante Gebäude statt. Der maurische Stil der Synagogenarchitektur bewirkte, dass die Synagoge den Beinamen „der Tempel“ bekam. Achtzig jüdische Familien spendeten die Mittel zur Errichtung des Tempels. Die Synagoge fasste 1600 Personen.

Am 10.09.1855 weihte der Rabbiner Dr. Adolf Jellinek die Synagoge. Die Vollendung des Synagogenbaus symbolisierte einen Meilenstein in der jüdischen Geschichte Leipzigs. Seit der ersten Leipziger Gemeinde im 14. Jahrhundert fand erstmals ein behördlich anerkannter Gemeindegottesdienst im eigenen Gotteshaus statt. Im Jahre 1868 wurde die liberale Synagoge mit einer Orgel ausgestattet, die 1865 von den Nachkommen des ersten Gemeindevorstehers Hermann Samson gestiftet worden war.

In der Nacht vom 09. auf den 10.11.1938 wurde die Synagoge in Brand gesteckt und musste abgerissen werden. Die letzten Gottesdiener der Synagoge, der Rabbiner Gustav Cohn und Oberkantor Samuel Lampel, kamen im Konzentrationslager Auschwitz ums Leben.

28 Jahre später wurde am Standort der Synagoge ein Gedenkstein aufgestellt, der von Hans-Joachim Förster geschaffen wurde. Die Inschrift des Gedenksteins mahnt zur Erinnerung an die furchtbaren Geschehnisse in der Pogromnacht im November 1938:

„Gedenkt – Hier wurde am 9. November 1938 die Große Synagoge der Israelitischen Religionsgemeinschaft durch Brandstiftung faschistischer Horden zerstört. Vergeßt es nicht!“

Im Jahr 2001 entstand am gleichen Ort ein Mahnmal der Architekten Anna Dilengite und Sebastian Helm. Es besteht aus einer sechs Meter langen, bronzenen Gedenktafel, dem Gebäudegrundriss in Beton und einer Installation aus 140 leeren Stühlen.

Literatur:

  • Diamant, Adolf: Chronik der Juden in Leipzig, Heimatland Sachsen, Chemnitz, Leipzig, 1993, 231 – 256.

  • Ephraim Carlebach Stiftung Leipzig [Hrsg.]: Festschrift zum 75jährigen Bestehen der Leipziger Gemeindesynagoge 1855-1930 Leipzig, arani, Berlin, 1994, 51 – 60.

  • Kowalzik, Barbara: Jüdisches Erwerbsleben in der inneren Nordvorstadt Leipzigs 1900 -1933, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig, 1999, 22.

  • Kowalzik, Barbara: Wir waren eure Nachbarn: Die Juden im Leipziger Waldstraßenviertel, Pro Leipzig, Leipzig, 1996, 28f., 60 – 69.

  • Lange, Bernd-Lutz: Jüdische Spuren in Leipzig, Forum Verlag Leipzig, Leipzig, 1993, 37 – 41.

  • Riedel, Horst: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, Leipzig, 2005, 584

 
 
Gottschedstraße 28
 
 
 
 
 
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