Ferdinand-Lassalle-Brücke - Juden in Sachsen

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Ferdinand-Lassalle-Brücke

Die Ferdinand-Lassalle-Brücke ist die Straßenbrücke der Anton-Bruckner-Allee (ursprünglich »König-Albert-Allee«, im Abschnitt zwischen der Könneritzstraße und dem Klingerweg) über die verfüllte Rödel (zwischen dem ehemaligen Jahnsteg im Süden und der ehemaligen Einmündung in die Weiße Elster im Norden).

Die Brücke wurde im Jahr 1868 erbaut und erhielt zunächst den Namen Bismarckbrücke. Seit 1896 führt die Schleußiger Straßenbahntrasse über die Brücke.

In den Jahren 1926/1927 wurde die Rödel verfüllt; die Brücke blieb allerdings erhalten und ist noch heute für Radfahrer, Kraftfahrzeuge und Straßenbahnen als kleiner »Berg« in der sonst völlig flachen Anton-Bruckner-Allee spürbar.

Am 01.08.1945 wurde die Bismarckbrücke mit sofortiger Wirkung in Ferdinand-Lassalle-Brücke umbenannt (gleichzeitig erhielt die Bismarckstraße den Namen Ferdinand-Lassalle-Straße).

Anmerkung: Auch wenn die Stadtverwaltung neuerdings der Meinung ist, Brücken müssten nach der über sie führenden Straße benannt sein, führte weder die Bismarckstraße über die Bismarckbrücke, noch führt die Ferdinand-Lassalle-Straße über die Ferdinand-Lassalle-Brücke.

 

Ferdinand Lassal wurde am 11.04.1825 als Sohn jüdischer Eltern in Breslau geboren. Er studierte 1843-1846 Philologie, Geschichte und Philosophie, konnte aber auf Grund seiner Herkunft keine akademische Laufbahn antreten.

Auf einer Bildungsreise nach Paris machte sich F. Lassal, der bisher philosophisch vor allem von den deutschen Idealisten J. G. Fichte (1762-1814) und G. W. F. Hegel (1770-1831) beeinflusst war, mit den sozialistischen Ideen des Louis Blanc (1811-1882) bekannt.

Im Jahr 1846 änderte er seinen Nachnamen von »Lassal« in die französische Form Lassalle.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland arbeitete F. Lassalle an der von K. Marx (1818-1883) herausgegebenen »Neuen Rheinischen Zeitung« mit, wobei beide in ihren politischen Zielen noch übereinstimmten.

Seine aktive Teilnahme an den Ereignissen 1848 in Düsseldorf, insbesondere sein radikales Eintreten für eine demokratische Verfassung im Königreich Preußen, führte 1849 zu einer halbjährigen Haftstrafe (wegen Beleidigung), wodurch gleichzeitig die Zusammenarbeit mit Marx beendet wurde.

Im Jahr 1861 veröffentlichte F. Lassalle sein zweibändiges Hauptwerk »Das System der erworbenen Rechte«, in dem er sich von Hegels Rechtsphilosophie distanziert und einen demokratischen Staat mit einer solidarischen Gesellschaft von Gleichen fordert. In weiteren Schriften sprach er sich für die Einschränkung von Eigentumsrechten, für die Schaffung von staatlich gestützten »Produktiv-Assoziationen« der Arbeiter und für ein allgemeines und gleiches Wahlrecht aus. Damit sollte auf friedlichem Wege, ohne jede Revolution, ein Staats-Sozialismus geschaffen werden.

Am 23.05.1863 wurde F. Lassalle auf der konstituierenden Sitzung des Allgemeinen Deutschen Arbeiter-Vereins (ADAV) in Leipzig zu dessem Präsidenten gewählt. Er gilt damit als Begründer der ältesten demokratischen Partei in Deutschland, in deren Nachfolge die heutige SPD steht.

Am 31.08.1864 starb F. Lassalle in Genf an den Folgen eines Duells.

Literatur

 
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