Ehemaliger Israelitischer Friedhof - Juden in Sachsen

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Ehemaliger Israelitischer Friedhof

1814 - 1864

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts mussten entsprechend der Sächsischen Judenordnung in Leipzig verstorbene Juden in Naumburg oder Dessau beerdigt werden. Jahrzehntelang drängten die in Leipzig ansässig gewordenen Juden auf einen Friedhof in Leipzig. 1798 wandten sich Juden aus Brody mit der Bitte um einen eigenen Begräbnisplatz an die Stadt Leipzig.  Dreizehn Jahre später zahlte der Brodyer Kaufmann Joel Schlesinger  dem Magistrat der Stadt Leipzig mehrere hundert Taler  für die Erbpacht eines kleinen Feldgrundstücks im Johannistal, einem offenen Gelände außerhalb der östlichen Stadtgrenze, das als erster jüdische Friedhof in Leipzig dienen sollte.

1814, zu einem Zeitpunkt, als Sachsen dem russischen Generalgouverneur Repnin-Wolkonski unterstand, erteilte die Stadt die Konzession für einen Friedhof, der noch im selben Jahr in der Stephanstraße eingeweiht wurde. 1864 wurde der Friedhof geschlossen, da er voll belegt war. Die Gemeinde wich auf einen neuen Friedhof in der Berliner Strasse 123 aus.

1936 kündigte die Stadt der Gemeinde das Grundstück unter dem Vorwand, auf dem Gelände des Friedhofs einen Park anlegen zu wollen. Die Toten und auch einige Grabsteine konnten auf den neuen Friedhof in der Delitzscher Strasse umgebettet werden. Der Park wurde jedoch nie angelegt. Das Gelände wurde nach dem Krieg in die Kleingartenanlage "Johannistal" eingegliedert.

Literatur:

  • Harmelin, Wilhelm: Juden in der Leipziger Rauchwarenwirtschaft, in: Zeitschrift für Firmengeschichte und Unternehmerbiographien 11 (1966), Nr. 6, 253.

  • Lange, Bernd-Lutz: Jüdische Spuren in Leipzig, Forum Verlag Leipzig, Leipzig, 1993, 13 – 17.

  • Schäbitz, Michael: Juden in Sachsen – Jüdisches Sachsen? Emanzipation, Akkulturation und Integration 1700 – 1914,  Verlag Hannoversche Buchhandlung, Hannover2006, 46.


 
 
 
 
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