Deutschland bis 1933 - Juden in Sachsen

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Zeittafel zum Leben der Juden in Deutschland bis 1933

300 - 11. Jhd. | 13. -  17. Jhd. | 18. Jhd. | 19. Jhd. | 20. Jhd.

Zeittafel zur Geschichte der Juden in Deutschland bis 1933

300 – 11. Jahrhundert

321
Früheste Erwähnung jüdischer Ansiedlung in Deutschland im Edikt Kaiser Konstantins an den Kölner Magistrat

ca. 900
Übersiedlung der Kalonymus-Familie von Lucca nach Mainz signalisiert Zuwanderung von Juden nach Deutschland

1012
Kurzfristige Vertreibung der Juden aus Mainz durch Kaiser Heinrich II.

1028
Tod Rabbenu Gerschoms, der größten rabbinischen Autorität im frühmittelalterlichen Deutschland

1084
Bischof Rüdiger gewährt den Juden in Speyer ein besonders günstiges Privileg.

1096
Erster Kreuzzug vernichtet blühende jüdische Gemeinden.

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13. - 17. Jahrhundert


1217
Tod des berühmtesten jüdischen Mystikers im mittelalterlichen Deutschland, Juda des Frommen

1220
Takkanot SCHUM , Verordnungen der Gemeinden Speyer, Worms und Mainz

1235
Ritualmordbeschuldigung in Fulda

1236
Kaiser Friedrich II. nennt in seiner Bestätigung des Wormser Privilegs die Juden zum ersten Mal „Knechte unserer Kammer".

1286
Der Talmudgelehrte Meir von Rothenburg wird auf Befehl des Kaisers verhaftet und verbleibt bis zu seinem Tod 1293 im Gefängnis

1298
Zerstörung zahlreicher jüdischer Gemeinden in Süddeutschland durch die Rintfleisch-Banden

1338
Erneute Verwüstung jüdischer Gemeinden unter Bandenführer Armleder

1348/50
Höhepunkt der antijüdischen Ausschreitungen in der Pestzeit

1385/90
Schuldentilgungen König Wenzels von Böhmen

1420/21
Ermordung und Vertreibung der Juden aus Wien

1445
Israel Isserlein zum Rabbiner von Wiener Neustadt berufen

1462
Frankfurter Ghetto errichtet

1510
Beginn der Reuchlin-Pfefferkorn-Debatte

1510
Verbrennung von Juden in Berlin und vorläufige Vertreibung aus Brandenburg nach der Anklage der Hostienschändung.

1512
Hebräische Druckerei in Prag

1523
Martin Luthers frühe Schrift „Das Jhesus Christus geborener Jude sey" fordert freundliche Behandlung der Juden.

1530
Josel von Rosheim, „Befehlshaber der Judenschaft", tritt auf dem Reichstag zu Augsburg antijüdischen Beschuldigungen entgegen.

1543
Luthers Pamphlet „Von den Juden und iren Lügen" fordert zu anitjüdischen Maßnahmen auf.

1592
„Zemach David" von David Gans, die erste aschkenasische Weltchronik

1592
Der Prager Rabbiner Juda ben Bezalel (Maharal) wird von Kaiser Rudolf II. zu einem Gespräch empfangen.

1602
„Ma'asse-Buch enthält Erzählungen aus Talmud und Midrasch in westjiddischer Sprache

1603
Frankfurter Landesversammlung von Gemeindevertretern, die letzte ihrer Art in Deutschland

1614
Fettmilch-Aufstand und zeitweilige Vertreibung der Juden aus Frankfurt am Main

1619
Dreißig portugiesische Juden unter den Gründern der „Bank von Hamburg"

1629
Rabbiner Jomtow Lipmann Heller in Wien in Haft genommen

1648
Chmielnicki-Pogrome in der Ukraine führen zu verstärkter jüdischer Einwanderung nach Deutschland.

1666
Höhepunkt der sabbatianischen Bewegung, die großen Widerhall in Deutschland findet

1670
Vertreibung der Juden aus Wien

1671
Friedrich Wilhelm I. von Preußen gestattet 50 jüdischen Familien die Ansiedlung in der Mark Brandenburg.

1678
Erste jiddische Bibelübersetzung durch Jekutiel Blitz

1690
Glückel von Hameln beginnt mit Niederschrift ihrer Memoiren.

1697
Behrend Lehmann, Hofjude Augustus des Starken von Sachsen, wird zum polnischen Residenten in Brandenburg ernannt.

1699
Jair Chajim Bacharach veröffentlicht die bedeutende Responsensammlung „Chawat Jair".

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18. Jahrhundert

1700
Eisenmengers antisemitische Schrift „Entdecktes Judentum" gedruckt

1711
Brand zerstört Großteil der Frankfurter Judengasse

1714
Erste Gemeindesynagoge in Berlin eingeweiht

1714
J. J. Schudt veröffentlicht seine „Jüdischen Merkwürdigkeiten".

1738
Hinrichtung von Joseph Süß Oppenheimer

1744/45
Vorübergehende Ausweisung der Juden aus Böhmen und Mähren

1749
Lessings Lustspiel „Die Juden" zeigt einen edlen Juden.

1750
Revidiertes Generalprivilegium Friedrichs II. von Preußen verschärft die preußischen Judengesetze durch Gliederung von Juden in sechs Klassen.

1751
Streit zwischen den Rabbinern Jonathan Eybeschütz und Jacob Emden

1754
Jecheskel Landau zum Rabbiner in Prag und Böhmen ernannt

1755
Mendelssohns hebräische Schrift „Kohelet mussar"

1767
Mendelssohns berühmtestes philosophisches Werk „Phaedon"

1778
Jüdische Freischule in Berlin gegründet

1779
Lessings „Nathan der Weise"

1780
Mendelssohn veröffentlicht den ersten Teil seiner Toraübersetzung.

1781
Dohms „Über die bürgerliche Verbesserung der Juden"

1781
Hofdekret für die Juden Böhmens bildet das erste der Toleranzpatente Kaiser Josephs II: Beginn der Toleranzpolitik Kaiser Joseph II.

1782
Naftali Herz Wesselys „Diwrej schalom we'emet"

1783
Mendelssohns „Jerusalem", eine Streitschrift zur Verteidigung des Judentums

1784
Schüler Mendelssohns gründen die hebräische Zeitschrift „Hame'assef".

1787
Abschaffung des Leibzolls in Preußen

1788
Erste deutschsprachige Einsegnung jüdischer Soldaten durch Oberrabbiner Jecheskel Landau in Prag

1792
Salomon Maimons „Lebensgeschichte"

1792
Saul Aschers „Leviathan"

1796
Zerstörung des Frankfurter Ghettos durch napoleonische Truppen

1797
General-Juden-Reglement für Süd- und Neu-Ostpreußen

1799
David Friedländers „Sendschreiben an ... Probst Teller"

1799
Wolf Heidenheim gründet hebräische Druckerei in Rödelheim.

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19. Jahrhundert

1808
Napoleons „décret infame" schränkt wichtige Bereiche der Rechtsgleichheit der deutschen Juden im französischen Einflussbereich (außer Westfalen) ein.

1808
Juden im Königreich Westfalen erhalten gleiche Rechte wie Christen und errichten ein Konsistorialsystem nach französischem Vorbild.

1808
Joseph Wolf führt in Dessau erstmals regelmäßige Predigten in deutscher Sprache in den jüdischen Gottesdienst ein.

1809
Erstmals jüdische Vertreter in preußische Stadtverordneten versammlungen und Stadträte gewählt

1810
Erster Reformtempel von Israel Jacobson in Seesen errichtet

1812
Emanzipationsedikt für Juden in Preußen

1813
Bayerisches Judenedikt

1815
Bundesakte des Wiener Kongresses überlässt die „Regulierung des Judenwesens" den einzelnen Bundesstaaten.

1818
Hamburger Tempelstreit

1818
Leopold Zunz' programmatische Schrift „Ewans über die rabbinische Literatur"

1819
„Hep-Hep"-Unruhen

1819
„Verein für Cultur und Wissenschaft der Juden" in Berlin gegründet

1820
Schalom Cohen gründet in Wien die hebräische Zeitschrift „Bikurej ha'itim".

1825
Heinrich Heine konvertiert zum Protestantismus.

1825
„Verein zur Bildung von Elementarlehrern und Beförderung von Handwerkern unter den Juden" in Münster gegründet

1828
Israelitische Oberkirchenbehörde in Württemberg errichtet

1833
Moritz Oppenheims Gemälde „Heimkehr eines jüdischen Freiwilligen aus dem Befreiungskrieg zu den nach alter Sitte lebenden Seinen"

1833
„Vorläufige Verordnung wegen des Judenwesens im Großherzogthum Posen" erlassen

1837
Ludwig Philippsons „Allgemeine Zeitung des Judenthums" erscheint zum ersten Mal.

1838
Beginn des Geiger-Tiktin-Streits zwischen Orthodoxen und Reformen in Breslau

1843
Der erste Band von Berthold Auerbachs „Schwarzwälder Dorfgeschichten"

1844
Karl Marx veröffentlicht seinen Aufsatz „Zur Judenfrage".

1844
Erste Rabbinerversammlung in Braunschweig eröffnet

1845
Berliner Reformgemeinde gegründet

1847
„Gesetz über die Verhältnisse der Juden" bezweckt eine Vereinheitlichung des rechtlichen Statuts der Juden in Preußen

1848
Zahlreiche antijüdische Ausschreitungen während der revolutionären Vorgänge

1848
In der Frankfurter Nationalversammlung sind auch jüdische Abgeordnete vertreten.

1848
Leopold Komperts „Aus dem Ghetto"

1850
Orthodoxe „Israelitische Religionsgesellschaft" spaltet sich von der Frankfurter Jüdischen Gemeinde ab

1850
Richard Wagners antisemitisches Pamphlet „Das Judentum in der Musik" erscheint anonym.

1851
Zacharias Frankels „Darchej hamischna"

1853
Heinrich Graetz veröffentlicht den ersten Band seiner „Geschichte der Juden".

1854
Das „Jüdisch-Theologische Seminar" in Breslau wird als erstes Rabbinerseminar Deutschlands ins Leben gerufen.

1855
Samson Raphael Hirsch initiiert die Zeitschrift „Jeschurun".

1857
Geigers „Urschrift und Übersetzungen der Bibel"

1859
Der Mathematiker Moritz Abraham Stern wird als erster Jude zum Ordinarius an einer deutschen Universität berufen.

1860
Gabriel Riesser wird als erster deutscher Jude in Hamburg zum Richter ernannt.

1860
Gründung der orthodoxen Wochenzeitung „Der Israelit" in Mainz

1862
Wilhelm Marrs erste größere Schrift, der „Judenspiegel"

1862
Zwi Hirsch Kalischers „Derischat Zion"

1862
Moses Hess' „Rom und Jerusalem"

1862
Mit dem „Gesetz über die bürgerliche Gleichstellung der Juden" bringt Baden als erster deutscher Staat seine Emanzipationsgesetzgebung zum Abschluss.

1863
Ferdinand Lassalle gründet den „Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein".

1866
Juden in der Schweiz wird Freizügigkeit gewährt.

1867
Österreichische Verfassung verbürgt Gleichberechtigung der Konfessionen.

1867
Emanzipation der Juden im Habsburgerreich mit österreichisch-ungarischem „Ausgleich" vollendet

1867
Mit Mayer Carl Freiherr von Rothschild zieht der erste ungetaufte Jude in das preußische Herrenhaus ein.

1868
Moritz Elstätter wird zum Finanzminister von Baden – er ist der einzige jüdische Minister in Deutschland vor dem Ersten Weltkrieg.

1869
Jüdische Synode in Leipzig und Gründung des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes

1869
Reichstag des Norddeutschen Bundes macht Rechte und Pflichten „vom religiösen Bekenntniß unabhängig" - das heißt Gleichberechtigung der Konfessionen im neuerrichteten Norddeutschen Bund.

1871
Verfassung des Deutschen Reiches bildet Abschluss des Emanzipationsprozesses

1871
August Rohlings antisemitisches Pamphlet „Der Talmudjude"

1872
Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin

1873
Orthodoxes Rabbinerseminar in Berlin

1876
Preußischer Landtag verabschiedet „Austrittsgesetz"

1876
Karl Emil Franzos „Aus Halb-Asien"

1878
Bismarcks Bankier Gerson von Bleichröder interveniert auf dem Berliner Kongress zugunsten der rumänischen Juden

1879
Wilhelm Marrs „Der Sieg des Judentums über das Germanenthum"

1882
Erster internationaler „Antijüdischer Kongreß" in Chemnitz

1882
Zionistische Studentenverbindung „Kadima" in Wien gegründet

1886
Österreichisch-Israelitische Union

1891
Verein zur Abwehr des Antisemitismus

1892
Ritualmordprozess in Xanten

1892
Tivoli-Programm der Konservativen Partei enthält antisemitische Klausel

1893
Bei den Reichstagswahlen erringen Antisemiten 16 Sitze.

1893
Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens

1893
Israelitisch-Theologische Lehranstalt in Wien

1896
Kartell-Convent deutscher Studenten jüdischen Glaubens

1896
Theodor Herzls „Der Judenstaat"

1897
Erster Zionistischer Kongreß in Basel

1897
Zionistische Vereinigung für Deutschland

1897
Karl Lueger als Bürgermeister von Wien vereidigt

1897
Walther Rathenaus Essay „Höre Israel"

1899
Houston Stewart Chamberlains „Die Grundlagen des XIX. Jahrhunderts"

1899
Karl Kraus gründet die Zeitschrift „Die Fackel"

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20. Jahrhundert

1900
Sigmund Freuds „Traumdeutung"

1901
Die Zeitschrift „Ost und West"

1902
Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums

1904
Büro für Statistik der Juden

1904
Verband der deutschen Juden

1904
Jüdischer Frauenbund

1905
Gesamtarchiv der deutschen Juden

1905
Leo Baecks „Das Wesen des Judentums"

1906
Martin Bubers „Geschichten des Rabbi Nachman".

1906
Georg Hermanns Roman „Jettchen Gebert"

1908
Arthur Schnitzlers „Der Weg ins Freie"

1912
Vereinigung für das liberale Judentum verabschiedet Richtlinien

1912
Jüdischer Wanderbund Blau-Weiß

1913
Else Lasker-Schülers Gedichtband „Hebräische Balladen"

1914
Zionistische Studentenorganisation Kartell jüdischer Verbindungen

1914
Komitee für den Osten

1915
Hermann Cohens erster Essay zum Thema „Deutschtum und Judentum"

1916
„Judenzählung"

1916
Martin Buber gründet die Zeitschrift „Der Jude"

1917
Gründung der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden

1918
Grenzsperre für ostjüdische Einwanderer nach Deutschland

1918
Jüdische Nationalräte in Prag und Wien

1919
Reichsbund jüdischer Frontsoldaten

1919
Akademie für die Wissenschaft des Judentums

1919
(15. Januar) Rosa Luxemburg ermordet

1919
(21. Februar) bayerischer Ministerpräsident Kurt Eisner ermordet

1919
Posthume Veröffentlichung von Hermann Cohens „Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums"

1920
Parteiprogramm der NSDAP fordert Ausschluss der Juden aus der deutschen Gesellschaft.

1920
(17. Oktober) Franz Rosenzweig eröffnet das Freie Jüdische Lehrhaus in Frankfurt am Main.

1920
Verband Nationaldeutscher Juden

1921
Jakob Wassermann „Mein Weg als Deutscher und Jude"

1921
Franz Rosenzweig „Der Stern der Erlösung"

1922
(24. Juni) Ermordung Walther Rathenaus

1922
(25. Juni) Preußischer Landesverband Jüdischer Gemeinden

1923
Martin Buber „Ich und Du"

1923
(5. November) Antijüdische Ausschreitungen in Berlin

1923
(9. November) Putschversuch Hitlers in München

1924
Reichsausschuß der Jüdischen Jugendverbände

1925
YIVO (Jiddisches Wissenschaftliches Institut) von osteuropäischen Juden in Berlin gegründet

1925
Erster Band der Bibelübersetzung Martin Bubers und Franz Rosenzweigs

1925
Bei Parlamentswahlen in der Tschechoslowakei erlangt die Jüdische Partei knapp 100.000 Stimmen.

1926
Liberale verlieren Mehrheit bei jüdischen Gemeindewahlen in Berlin.

1927
Erster Band des „Jüdischen Lexikons"

1930
Bayerischer Landtag erlässt Schächtverbot

1930
(14. September) Wahlsieg der NSDAP vergrößert die Zahl ihrer Reichstagsabgeordnete von zwölf auf 107

1930
(30. November) Liberale erobern bei jüdischen Gemeindewahlen in Berlin Mehrheit zurück

1931
Landwirtschaftliche jüdische Siedlung Groß-Gaglow

1933
(24. Januar) Jüdisches Museum in Berlin eröffnet

 
 
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