Buckyweg - Juden in Sachsen

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Buckyweg

1998 -

Der nach Gustav Bucky, einem Mediziner, benannte Buckyweg in Probstheida entstand 1998.

Der Röntgenologe und Mediziner Prof. Dr. med. Gustav Bucky wurde 1880 im Waldstraßenviertel als Sohn des Textilkaufmanns Theodor Bucky und als Nachfahre einer der ältesten, im Waldstraßenviertel ansässigen jüdischen Familien geboren. Sein Großvater Israel Bucky war Mitte des 19. Jahrhunderts von Lissa, einem bedeutenden polnischen Warenstapelplatz und Handelszentrum, über Halle zugewandert und wurde 1868 eingebürgert. 1874 eröffnete die Familie ein Putz- und Modewarengeschäft in der Thomasgasse 5.

Die dritte Generation der Familie Bucky war in vielen Bereichen erfolgreich. Gustavs Bruder Arthur Bucky wurde Chemiker, Gustav Physiker und Röntgenologe, Samuel Kaufmann. Den Familienkern bildete Gustavs Vaterhaus, d.h. die Familie Theodor Bucky,  im Ranstädter Steinweg.

Nach einem kurzen Intermezzo an der Genfer Universität, studierte Gustav Bucky, der eigentlich zunächst Ingenieur werden wollte, auf Wunsch seiner Eltern von 1902 bis 1906 in Leipzig Medizin. Die Spezialausbildung als Röntgenologe entsprach dann doch noch seinem idealen Berufswunsch, Zumindest gelang es ihm in seiner beruflichen Karriere, die Röntgentechnik durch zahlreiche technische und wissenschaftliche Erfindungen zu revolutionieren.

1908 ging er zum "Röntgen-Zentralinstitut" des Rudolf-Virchow-Krankenhauses in Berlin. 1923 reiste er nach New York aus, arbeitete jedoch nach dem Ausscheiden seines Lehrers aus den ersten Berliner Jahren - Max Levy-Dorn -  1929/1930 wieder in Berlin als Chefarzt des Röntgeninstituts am Rudolf-Virchow-Krankenhaus.  1933 emigriert Bucky endgültig nach New York, wird Arzt des  Röntgenlaboratoriums und Hochschullehrer an der New York University . 94 Erfindungen werden Gustav Bucky zugeschrieben, u.a die berühmte Bucky-Blende.  Bucky zu Ehren richtete das Röntgenmuseum in Remscheid-Lennep in den achtziger Jahren einen Gustav-Bucky-Saal ein.

Literatur:

  • Diamant, Adolf: Chronik der Juden in Leipzig, Heimatland Sachsen, 1993, Chemnitz, Leipzig, 412.

  • http://www.onmeda.de/lexika/persoenlichkeiten/bucky.html, 03.08.2007.

  • Kirchhof, Heike: Jüdisches Leben in Leipzig: Gestern - Heute – Morgen: Ein Literatur- und Bestandsverzeichnis der Rolf-Kralovitz-Bibliothek der ECS Stiftung Leipzig, 2006, Leipzig, 95.


 
 
 
 
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