Brodyer Synagoge - Juden in Sachsen

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Brodyer Synagoge - Talmud-Thora-Synagoge

1903/1904 -

Die „Brodyer Synagoge", als einzige noch erhaltene Synagoge Leipzigs,  entstand, als 1903/04 das Gebäude des Hauses  Nr. 4 in der Keilstraße umgebaut wurde, im Erdgeschoss und im ersten Stock des Hauses. Der verantwortliche Architekt war Oscar Schade.

Das Brodyer Bethaus geht auf die 1763/64 von jüdischen Messebesuchern errichtete Brody Schul (Brühl 71 im „Blauen Harnisch") zurück. Hier unterhielt auch die aus Brody stammende Rauchfarmenhändlerdynastie der Harmelin ein Warenlager. Die Synagoge wurde vom Talmud-Thora-Verein unterhalten, weshalb sie auch als Talmud-Thora-Synagoge bezeichnet wird.

Die Synagoge stellte das orthodoxe Gegenstück zur liberalen Gemeindesynagoge dar und wurde 1889 als erste orthodoxe Synagoge von der liberalen Gemeindeverwaltung vertraglich anerkannt. Im zweiten Stock des Gebäudes befand sich eine jüdische Bibliothek. Während der Reichskristallnacht 1938 entging die Synagoge Brandanschlägen,  da diese die umliegenden Wohnungen gefährdet hätten. Der Innenraum wurde dagegen verwüstet.

Bereits 1937 war das Gebäude zwangsversteigert  und von einer Treuhand AG erworben worden, hinter der sich die Familie Kroch verbarg. 1938 geschlossen,  wurde die Synagoge während des Zweiten Weltkrieges zeitweise als Seifenlager genutzt.

Seit ihrer Wiedereinweihung am 28. Oktober 1945 ist sie die einzige Synagoge Leipzigs. Am 22. Mai 1993 wurde die Synagoge nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten erneut geweiht.

An der Synagoge wirkten als Kantor Alfred Eibenschütz, als Oberkantor Hillel Schneider und ab 1938 Samuel Lampel. Religionslehrer bzw. späterer Rabbiner der Synagoge war Dr. Ephraim Carlebach.

Literatur:

  • Diamant, Adolf: Chronik der Juden in Leipzig, Heimatland Sachsen, Chemnitz, Leipzig, 1993, 230, 268.

  • Held, Steffen: Die Synagoge der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, Leipziger Geschichtsverein e.V., Leipzig, 1999.

  • Kabus, Sylvia: Wir waren die Letzten... : Gespräche mit vertriebenen Leipziger Juden, Sax-Verlag, Leipzig, 2003, 119.

  • Kowalzik, Barbara: Jüdisches Erwerbsleben in der inneren Nordvorstadt Leipzigs 1900 -1933, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig, 1999, 22, 29ff.

  • Lange, Bernd-Lutz: Jüdische Spuren in Leipzig, Forum Verlag Leipzig, Leipzig, 1993, 43 – 47.

  • Riedel, Horst: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, Leipzig, 2005, 584f.

 
 
 
 
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