Berliner Synagoge - Juden in Sachsen

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Berliner Synagoge

1816 -

Ihren Ursprung hat diese Synagoge in dem seit 1820 vom Magistrat der Stadt Leipzig zu Messezeiten genehmigten jüdischen Gottesdienst. Die Synagoge, die sich daraus entwickelte, wurde mit der Zeit Leipzig-Berliner Synagoge genannt.  Der Rabbiner der Berliner Synagoge, Wolf Ullmann, wurde 1763 in Fürth geboren und kam 1810 nach Leipzig. Er gilt als der zweite Kantor der Leipziger Juden nach Ephraim Samson.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die in Leipzig ansässigen Juden weder eine eigene Synagoge noch einen Rabbiner. Erst ein Jahr nach Ullmanns Tod, 1837, wurde den Juden in Dresden und Leipzig gestattet, sich zu Religionsgemeinden zusammenzuschließen und Grundstücke für Bet- und Schulhäuser zu erwerben. So nutzten die 162 in Leipzig ansässigen Juden die Berliner Synagoge im Herzschen Haus in der Reichsstraße. Der Raum gehörte den Berliner Messejuden. Der Name des Hauses mit der alten Bandkatasternummer 503 (seit 1885 Reichsstraße 34) erinnerte an dessen früheren Besitzer, den in Leipzig geborenen jüdischen Kaufmann Elkan Herz (1751 - 1816).

Wolf Ullmann war nach dem Tod Samson Ephraims in dieser als Messsynagoge entstandenen Betstube von 1816 bis 1835 Kantor. Ullmann hielt auch zwischen den Handelsmessen den Gottesdienst ab und stand im eigentlichen Sinne der kleinen Leipziger Gemeinde als religiöses Oberhaupt vor. Neben seiner Tätigkeit als Kantor unterrichtete er die Kinder von David Hirsch, der bereits 1798 als "Vorsteher der hiesigen Juden" bezeichnet wurde. David Hirsch war seit 1786 als Hof- und Schutzjude in Leipzig ansässig. Ullmanns Schwiegersohn Eduard Boas gehörte später dem Vorstand der jüdischen Gemeinde an.

1845 wurde die Leipzig-Berliner-Synagoge in die Brühlstraße 71 verlegt und es entstand die erste Synagogen- und Gottesdienstordnung. Ab 1849 verwaltete die Gemeinde die Synagoge, sie kann somit als erste Gemeindesynagoge gelten. Zur Synagogenleitung gehörten u.a. John B. Oppenheimer und Dr. Julius Fürst. Nach der Einweihung der Gemeindesynagoge in der Zentralstraße/Ecke Gottschedstraße 1855 wurde die Berliner Synagoge als Privatsynagoge weitergeführt.

Literatur:

  • Diamant, Adolf: Chronik der Juden in Leipzig, Heimatland Sachsen, Chemnitz, Leipzig, 1993, 219 – 228.

  • Reinhold, Josef: Zwischen Aufbruch und Beharrung. Juden und jüdische Gemeinde in Leipzig während des 19. Jahrhunderts, Sächsisches Druck- und Verlagshaus, Dresden, 1999, 15.


 
 
 
 
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