Bankhaus H. C. Plaut - Juden in Sachsen

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Bankhaus H. C. Plaut

1852 - 1933

Das Bankhaus H. C. Plaut wurde 1852 von Jacob Plaut in der Thomasgasse gegründet. Die Initialen H. C. stehen für den Namen des Vaters Herz Cusel Plaut (1783 - 1837), der zuvor in Nordhausen 1815 eine Firma gleichen Namens errichtet hatte. 1854 trat der Bruder Gustav Plaut als Gesellschafter in die Leipziger Firma ein. Die Bank finanzierte neue Eisenbahnen, die Entwicklung der osteuropäischen Wirtschaft, vor allem aber die Leipziger Messe und den Rauchwarenhandel. Die von Jacob Plaut geschaffene Jacob-Plaut-Stiftung in Nordhausen (Jacob-Plaut-Krankenhaus) und Leipzig spendete noch zu Lebzeiten des Stifters Millionenbeträge für wohltätige Zwecke. Seit 1908 trägt die Jacob-Plaut-Straße in Leipzig seinen Namen.

Während Jacob Plaut in Leipzig als Stifter bekannt war und Ehrenmitglied der Israelitischen Gemeinde zu Leipzig wurde, tat sich sein Bruder Gustav Plaut durch die außergewöhnliche Rettung des Wettiner Schatzes des Königs von Sachsen 1866 hervor. Er beriet als Bankier die Herrschaftshäuser von Schwarzburg-Sondershausen und Sachsen-Meiningen. 1865 ernannte ihn die Stadt Nordhausen zum Ehrenbürger der Stadt. Von 1859 bis 1862 wirkte er als Stellvertretender Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig.

Nachdem die Plauts in den Ruhestand getreten waren, führten die Familien Sieskind und Schreiber als Gesellschafter das Unternehmen weiter. Nach der Machtübernahme Hitlers wurde die Firma liquidiert.

Literatur:

  • Diamant, Adolf: Chronik der Juden in Leipzig, Heimatland Sachsen, Chemnitz, Leipzig, 1993, 101.

  • Reinhold, Josef: Zwischen Aufbruch und Beharrung. Juden und jüdische Gemeinde in Leipzig während des 19. Jahrhunderts, Sächsisches Druck- und Verlagshaus, Dresden, 1999, 30.


 
 
 
 
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