A - Adler - Juden in Sachsen

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Abelsohn, Eva Mirijam
* 1922 Leipzig

Leipzig, Gohliser Straße 15

Eva Mirijam Abelsohn, verheiratete Wechsburg, wurde 1922 in Leipzig als Tochter des Arztes Dr. Hans Abelsohn geboren. Sie war Schülerin der 1912 gegründeten Höheren Israelitischen Schule, "Ephraim-Carlebach-Schule". 1938 flüchtete Dr. Abelsohn nach Prag. Ein Jahr später folgten ihm seine Frau Käthe Abelsohn, geb. Pinner, und die zwei Kinder Eva Mirijam und Peter Ernst. Die Familie ließ sich in Chicago nieder.

Literatur:

  • Hebenstreit, Uta: Die Verfolgung jüdischer Ärzte in Leipzig in den Jahren der nationalsozialistischen Diktatur: Schicksale der Vertriebenen, Dissertation, 1997, Leipzig, 65.

  • Kowalzik, Barbara: Wir waren eure Nachbarn: Die Juden im Leipziger Waldstraßenviertel, Pro Leipzig, 1996, Leipzig, 144.


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Abelsohn, Hans
* 1895 Bernburg
+ 1967 Palos Verdes (USA)
Facharzt für Harn-, Haut- und Geschlechtskrankheiten
Leipzig, Gohliser Straße 15

Hans Abelsohn wurde am 30.05.1895 in Bernburg geboren und studierte an den Universitäten Halle und Freiburg im Breisgau Medizin. Während des Ersten Weltkriegs unterbrach er das Studium und trat in den Militärdienst ein. Im Jahr 1921 ließ er sich in Leipzig als Hautarzt nieder. Er war Mitglied in mehreren Vereinen und Organisationen der Stadt, der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig und der Gesellschaft der Freunde zu Leipzig, die sich der Weiterbildung in Kunst, Wissenschaft und der Geselligkeit ihrer Mitglieder verschrieben hatte. Abelsohn gehörte dem Vorstand der Zionistischen Vereinigung  für Deutschland, Ortsgruppe Leipzig, an. Bis zur erzwungenen Auflösung des Jüdischen Kulturbunds im Jahr 1938 leitete er dessen Leipziger Ortsgruppe. Ende des Jahres 1938 emigrierte Abelsohn nach Prag und reiste über Rotterdam in die USA aus. In den USA musste Abelsohn erneut die medizinischen Examina ablegen, bevor er eine eigene Arztpraxis eröffnen konnte. Er starb am 27.07.1967 in Palos Verdes.

Literatur:

  • Diamant, Adolf: Chronik der Juden in Leipzig, Heimatland Sachsen, 1993, Chemnitz, Leipzig, 151, 293.

  • Ephraim-Carlebach-Stiftung [Hrsg.], Judaica Lipsiensia: Zur Geschichte der Juden in Leipzig, Edition Leipzig, 1994, Leipzig, 182-183, 190-191.

  • Ephraim Carlebach Stiftung [Hrsg.]: Leipziger Jüdisches Jahr- und Adressbuch 1933, arani, 1994, Berlin, 9.

  • Hebenstreit, Uta: Die Verfolgung jüdischer Ärzte in Leipzig in den Jahren der nationalsozialistischen Diktatur: Schicksale der Vertriebenen, Dissertation, 1997, Leipzig, 12, 64-66


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Abelsohn, Käthe
* 1898 Görlitz
+ 1979 USA

Leipzig, Gohliser Straße 15

Käthe Abelsohn, geborene Pinner, war die Frau des Arztes und Gründungsmitglieds des Jüdischen Kulturbunds Leipzig, Dr. Hans Abelsohn.

1938 flüchtete Dr. Abelsohn nach Prag. Ein Jahr später folgten ihm seine Frau und die Kinder Eva Mirijam und Peter Ernst. Die Familie ließ sich in Chicago nieder. Käthe Abelsohn überlebte ihren Mann um 12 Jahre und starb 1979 in den USA.

Literatur:

  • Hebenstreit, Uta: Die Verfolgung jüdischer Ärzte in Leipzig in den Jahren der nationalsozialistischen Diktatur: Schicksale der Vertriebenen, Dissertation, 1997, Leipzig, 65.


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Abelsohn, Peter Ernst
* 1930 Leipzig
+ 1968 Bethesda (USA)
Leipzig, Gohliser Straße 15

Peter Ernst Abelsohn wurde 1922 in Leipzig als Sohn des Arztes Dr. Hans Abelsohn geboren. 1938 flüchtete Dr. Abelsohn nach Prag. Ein Jahr später folgten ihm seine Frau Käthe Abelsohn, geb. Pinner, und die zwei Kinder Eva Mirijam und Peter Ernst (1930 - 1968). Die Familie ließ sich in Chicago nieder. Peter Ernst Abelsohn starb 1968 in Bethesda (USA).

Literatur:

  • Hebenstreit, Uta: Die Verfolgung jüdischer Ärzte in Leipzig in den Jahren der nationalsozialistischen Diktatur: Schicksale der Vertriebenen, Dissertation, 1997, Leipzig, 65.


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Aber, Adolf
* 1893 Apolda
+ 1960 London
Leipzig, Pestalozzistraße 3

Musikschriftsteller, Verleger

Adolf Aber wurde am 28.01.1893 in der Familie eines jüdischen Kaufmanns in Apolda geboren. Er lebte von 1919 bis 1933 in Leipzig und beeinflusste durch seine Buchpublikationen und seine publizistische Tätigkeit das  öffentliche Leben der Musikstadt Leipzig. In diesem Zusammenhang ist seine Kontroverse mit Alfred Heuss - das "Heugabelduell" zu erwähnen. Aber, seit 1918 Musikkritiker bei den "Leipziger Neuesten Nachrichten" und der "Allgemeinen Musikzeitung" veröffentlichte einen Aufsatz, dessen Inhalt sich gegen antisemitische musikkritische Hetzkampagnen richtete, insbesondere aber gegen den Publizisten Alfred Heuss.

Aber, der  an der Universität und Musikhochschule Berlin studiert hatte, setzte sich für die "musikalische Volkserziehung" ein und unterstützte den Deutschen Arbeiter-Sängerbund. In seiner Leipziger Zeit erschienen wichtige Buchpublikationen, wie sein "Handbuch der Musikliteratur in systematisch-chronologischer Anordnung" 1922. Er wurde Teilhaber des Musikverlags Friedrich Hofmeister.

Die Tätigkeit von Brecher, Scherchen und Aber prägte in den zwanziger Jahren die Musik- und Theaterszene in Leipzig und deren Ruf als Laboratorium und Szene für junge, progressive und moderne Kunst, so daß in Leipzig Uraufführungen von Toller und Brecht stattfanden und völlig neue Musikformen ausprobiert wurden. 1933 emigrierte er mit seiner Frau Mignon Aber, geb. Platky nach London und trat 1936 in die Leitung des Londoner Verlags Novello & Co. ein und wurde später Verlagsdirektor. Er verstarb am 21.05.1960.

Literatur:

  • Deutsche Biographische Enzyklopädie & Deutscher Biographischer Index, Saur, 2001, München.

  • Schinköth, Thomas: Jüdische Musiker in Leipzig 1855-1945, Klaus-Jürgen Kamprad, 1994, Altenburg, 162-164.

  • Ephraim-Carlebach-Stiftung [Hrsg.], Judaica Lipsiensia: Zur Geschichte der Juden in Leipzig, Edition Leipzig, 1994, Leipzig, 63.

  • http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Aber, 16.02.2016.


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Aber, Esther Ella
* 1909 Posen
+ 1942 KZ Auschwitz
Leipzig, Teubnerstraße 16

Buchhalterin, Stenotypistin

Esther Aber wurde am 08.01.1909 in Posen geboren. Nach der Scheidung wohnte sie mit ihrem Sohn Wolfgang Curt, geboren 1932, in der Teubnerstraße 16. Die Familie musste später in das Judenhaus Humboldtstraße 16 umziehen. Esther Aber arbeitete als Stenotypistin, Buchhalterin und zuletzt als Köchin in einem jüdischen Pflegeheim. Am 13.07.1942 wurde sie gemeinsam mit ihrem Sohn in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Seidem sind Mutter und Sohn verschollen.

Literatur:

  • Bertram, Ellen: Menschen ohne Grabstein: Die aus Leipzig deportierten und ermordeten Juden. Herausgegeben von Rolf und Brigitte Kralovitz in Verbindung mit der Ephraim Carlebach Stiftung und der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, Leipzig, 2001, S. 55.


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Aber, Mignon Elisabeth
Leipzig, Pestalozzistraße 3

Mignon Elisabeth Aber, geb. Platky, war verheiratet mit dem Musikschriftsteller Adolf Aber. Sie wohnte in der Pestalozzistraße 3. 1933 emigrierten Mignon und Adolf Aber nach London.

Literatur:

  • Deutsche Biographische Enzyklopädie & Deutscher Biographischer Index, Saur, 2001, München.

  • Ephraim Carlebach Stiftung Leipzig [Hrsg.]: Leipziger Jüdisches Jahr- und Adressbuch 1933, arani, Berlin, 1994, S. 9.


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Aber, Wolfgang Curt
* 1932 Leipzig
+ 1942 KZ Auschwitz

Leipzig, Teubnerstraße 16


Wolfgang Curt Aber wurde im Alter von zehn Jahren nach Auschwitz deportiert. Er zählt zu 262 Kindern und Jugendlichen aus Leipzig, derer der
Zug der Erinnerung" gedenkt. Wolfgang kam am 11.09.1932 in Leipzig zur Welt. Er wohnte mit seiner Mutter Esther Aber 1933 in der Teubnerstraße 16 und später im Judenhaus Humboldtstraße 16. Esther Aber war von Beruf Stenotypistin und arbeitete als Köchin im jüdischen Pflegeheim. Am 13.07.1942 deportierten die Nazis Wolfgang und Esther Aber in das Vernichtungslager Auschwitz. Seitdem sind sie verschollen.

Literatur:

  • Bertram, Ellen: Menschen ohne Grabstein: Die aus Leipzig deportierten und ermordeten Juden. Herausgegeben von Rolf und Brigitte Kralovitz in Verbindung mit der Ephraim Carlebach Stiftung und der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, Leipzig, 2001, S. 55.

  • Zug der Erinnerung - Namensliste


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Abraham, Alfred Abraham
* 1878 Schlawe (Pommern)
+ 1944 Auschwitz
Leipzig, Cöthner Straße 54

Unternehmer

Alfred Abraham wurde am 25.10.1878 in Schlawe (Pommern) geboren. Er war Inhaber eines Kaufhauses. Die Familie wohnte 1933 in der Cöthener Straße 54. Die Abrahams wurden u. a. in Form eines Heimeinkaufsvertrages für Theresienstadt enteignet und am 19.09.1942 nach Theresienstadt deportiert. In Folge der Deportation von Theresienstadt nach Auschwitz sind die Abrahams verschollen.

Literatur:

  • Bertram, Ellen: Menschen ohne Grabstein: Die aus Leipzig deportierten und ermordeten Juden. Herausgegeben von Rolf und Brigitte Kralovitz in Verbindung mit der Ephraim Carlebach Stiftung und der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, 2001, Leipzig, 55.


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Abraham, David
*1881
Leipzig, Hallische Straße 48 (jetzt Georg-Schumann-Straße)

Kaufmann

Diese Informationen sind leider unvollständig. Sollten Sie sachdienliche Hinweise oder gar Dokumente haben, bitten wir Sie, uns zu kontaktieren.

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Abraham, Elisabeth
* 1902 Leipzig
+ 1943 Auschwitz
Leipzig, Gohliser Straße 2

Elisabeth Abraham, geb. Weingarten, kam 1902 in Leipzig zur Welt. Sie war mit dem polnischen Kaufmann Gustav Abraham verheiratet. Die Familie lebte bis Ende der 1930er Jahre in Leipzig und ging zu Beginn des Zweiten Weltkriegs nach Paris. Elisabeth und Gustav Abraham wurden von Frankreich nach Polen deportiert und starben 1943 im Vernichtungslager Auschwitz.

Literatur:


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Abraham Esra (Abraham von Leipzig)
*  1418
+ 1446
Leipzig, Brühl

Hofjude, Bankier

Der Hofjude und Bankier des sächsischen Kurfürsten Friedrich des Sanftmütigen Abram Esra, auch genannt Abraham von Leipzig, taucht in den alten Dokumenten im Zeitraum von 1418 bis 1446 auf. 1436 wurde Abraham aufgrund eines Schutzbriefes und der Fürsprache des Kurfürsten in die Leipziger Stadtgemeinde aufgenommen. Sein Schicksal symbolisiert das Ende der "Ersten Leipziger Gemeinde".

Laut Stadtbuch gab es aber bereits um 1359  eine "Judenburg", die Schutzgeld an den Markgrafen zahlte. Die Judenburg einschließlich einer Synagoge lag an der Pleiße in der Nähe der Barfußmühle. Die Wohnungen der ansässigen Juden der "Ersten Leipziger Gemeinde" (1350 bis etwa 1440) befanden sich in der Fleischergasse und deren Umgebung.

Abraham von Leipzig nahm am Brühl Quartier. Dem erfolgreichen Geschäftsmann gehörten in Leipzig zeitweilig 12 Grundstücke und als Pfand die Stadt Delitzsch. 1438 warf man Abraham in Folge eines gegen ihn angestrengten Prozesses ins Gefängnis. Gegen den Verzicht auf die Rückzahlung aller Schulden des Kurfürsten kam er wieder auf freien Fuß und "betrieb einiges Geschäft". Es folgten weitere Erpressungen, seine Frau und eine Enkelin wurden in Haft genommen.  Daraufhin verließ Abraham Leipzig im Jahre 1441. Er verkaufte sein Haus samt der im Haus eingerichteten Synagoge.

Mit dem unglücklichen Ausgang des Prozesses gegen Abraham sehen die Historiker (Wustmann, Diamant u.a.) auch das Ende der "Ersten Leipziger Gemeinde" gekommen. Nach 1446 finden sich für den Zeitraum von 200 Jahren keine Dokumente mehr, die die ansässige Anwesenheit von Juden in Leipzig belegen könnten. Es beginnt die Zeit des Messjudentums.

Literatur:

  • Aufgebauer, Peter: Die ersten wettinischen Kurfürsten von Sachsen und ihr „Kammerknecht“ Abraham von Leipzig (ca. 1390 – ca. 1450)

  • http://periodika.digitale-sammlungen.de/bdlg/Blatt_bsb00000320,00133.html 16.02.2016

  • Ephraim Carlebach Stiftung [Hrsg.]: Festschrift zum 75jährigen Bestehen der Leipziger Gemeindesynagoge: 1855-1930 Leipzig, New York, arani, 1994, Berlin.

  • Ephraim-Carlebach-Stiftung [Hrsg.], Judaica Lipsiensia: Zur Geschichte der Juden in Leipzig, Edition Leipzig, 1994, Leipzig.


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Abraham, Gustav
* 1900 Lowicz (Polen)
+ 1943 Auschwitz
Leipzig, Gohliser Straße 2

Kaufmann

Gustav Abraham wurde 1900 in Lowicz (Polen) geboren. Er war Kaufmann und lebte mit seiner Ehefrau Elisabeth, geb. Weingarten, bis Ende der 30er Jahre in Leipzig. Die Familie ging zu Beginn des Zweiten Weltkriegs nach Paris und wurde von dort aus nach Polen deportiert. Gustav und Elisabeth Abraham starben 1943 in Auschwitz.

Literatur


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Abraham, Hilde Bertha
* 1880
Leipzig, Cöthner Straße 54

Hausmitbesitzerin

Wahrscheinlich Ehefrau des Alfred Abraham.

Diese Informationen sind leider unvollständig. Sollten Sie sachdienliche Hinweise oder gar Dokumente haben, bitten wir Sie, uns zu kontaktieren.


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Abraham, Max
* 02.06.1831  Danzig
+ 08.12.1900  Leipzig

Leipzig, Talstraße 10


Verleger

Der Kaufmannsohn Max Abraham studierte Rechtswissenschaften und promovierte 1855 zum Dr. jur. Nach einem Referendariat war er im Bankgeschäft in London und Paris tätig. Nach seiner Rückkehr wurde er 1863 Teilhaber der Musikalienhandlung von Julius Friedländer. Im Jahre 1867 gründete Max Abraham die „Edition Peters“. Zusammen mit Julius Friedländer veröffentlichte er die Lieder von Franz Schubert in der Originalfassung.

Nach dem Ankauf einer Privatbibliothek gründete er die „Musikbibliothek  Peters“.

Abraham verfügte in seinem Testament, dass die Musikbibliothek und die Zinsen aus 400 000 Goldmark zur Unterhaltung der Bibliothek nach seinem Tode in den Besitz der Stadt Leipzig übergehen sollten. 1894 nahm der unverheiratete Abraham seinen Neffen Henri Hinrichsen (1868-1942), der schon seit 1891 bei ihm angestellt war, als Teilhaber in den Verlag auf. Am 08.12.1900 nahm sich Max Abraham im Alter von 69 Jahren das Leben. Zunächst wurde er in Gotha beigesetzt, aber in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts auf den Leipziger Südfriedhof umgebettet, wo Hinrichsen eine Familiengrabstätte erworben hatte. Im Jahre 1910 wurde eine Straße im Leipziger Stadtteil Neulindenau nach Dr. M. Abraham benannt (Abrahamstraße). Diese benannten die Nazis in Robert-Naumann Straße um. Bereits am 19.05.1945 erhielt die Straße ihren alten Namen Abrahamstraße wieder zurück.

Literatur:

  • Deutsche Biographische Enzyklopädie & Deutscher Biographischer Index, Saur, 2001, München.

  • Diamant, Adolf: Chronik der Juden in Leipzig, Heimatland Sachsen, 1993, Chemnitz, Leipzig, 182.

  • Ephraim-Carlebach-Stiftung [Hrsg.], Judaica Lipsiensia: Zur Geschichte der Juden in Leipzig, Edition Leipzig, 1994, Leipzig, 95-101.

  • Frey, Axel: Der „Leipziger Platz“ Buch- und Verlagswesen, in: Frey, Axel; Weinkauf, Bernd [Hrsg.]: Leipzig als ein Pleißathen: Eine geistesgeschichtliche Ortsbestimmung, Reclam, 1995, Leipzig, 148, 179.

  • Leipzig-Lexikon:http://www.leipzig-lexikon.de/biogramm/Abraham_Max.htm, 31.07.2007.

  • Riedel, Horst: Stadtlexikon Leipzig von A bis Z, Pro Leipzig, 2005, Leipzig, 6.
  • Im Bestand der Stadtbibliothek Leipzig:
  • Oelmann, K. H. [Hrsg.]: Die Briefe Max Abrahams an Edvard Grieg, Hänsel-Hohenhausen, 1994, Egelsbach.
  • Lawford, Irene: Edvard Grieg and his publishers Dr. Max Abraham and Henri Hinrichsen, Ed. Peters, 1996, London.


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Abramowicz, Jeannette
* 1871 Leipzig
+ 1941 Ghetto Lodz

Leipzig, Körnerstraße 32


Jeanette Eleonor Abramowicz wurde 1871 in Leipzig geboren. Sie war verheiratet. 1941 kam sie im Ghetto Lodz ums Leben.

Literatur:

  • The Central Database of Shoa Victims` Names.


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Abramowicz, Maria
* 1900
+ 1945 Leipzig

Leipzig, Flakkaserne Ost, Torgauer Straße


Maria Abramowicz starb am 17.05.1945 als Zwangsarbeiterin in der Flakkaserne Ost in der Torgauer Straße im Alter von 44 Jahren. Sie war polnische Staatsbürgerin.

Literatur:

  • Ephraim Carlebach Stiftung Leipzig; Förderverein „Dr. Margarete Blank“ e.V./Panitzsch; Stadt Leipzig, Grünflächenamt, Abteilung Friedhöfe: Totenbuch der ausländischen jüdischen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Leipzig 1944 bis 1945, Förderverein „Dr. Margarete Blank“ e.V. Leipzig/Panitzsch, Leipzig, 2005.


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Abramowitz, Martha
* 1901
+ 1969
Leipzig, Baumannstraße 14

Martha Abramowitz war verheiratet mit Max Abramowicz.

Diese Informationen sind leider unvollständig. Sollten Sie sachdienliche Hinweise oder gar Dokumente haben, bitten wir Sie, uns zu kontaktieren.


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Abramowitz, Max Markus
* 1897 Halle/Saale
+ 1948 Leipzig
Leipzig, Baumannstraße 14

Rauchwarenhändler

Der Rauchwarenhändler Max Abramowitz, geboren am 28.09.1897 in Halle, wohnte mit seiner Ehefrau Martha Abramowitz 1933 in der Baumannstraße 14. Später zog die Familien in die Hindenburgstraße 10 (jetzt Friedrich-Ebert-Straße). Abramowitz überlebte den Holocaust und befand sich 1945 in Leipzig. 1946 bezog er eine Wohnung in der Funkenburgstraße 9.

Literatur:

  • Juden in Leipzig. In: Aufbau, 1. Juni 1945.

  • Juden in Leipzig. In: Aufbau, 12. April, 1946, S. 33.                                        

  • Sächsisches Staatsarchiv Leipzig, Meldekartei Leipzig, Film: SF 6473/0213


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Abramsohn, Salomon
* 1901Janischky, Litauen

Leipzig, Windmühlenstraße 24

Arzt

Der Arzt Salomon Abramsohn wurde am 05.02.1901 in Janischky in Litauen als Sohn des Klempnermeisters Boruch Abramsohn geboren. Er besuchte die Deutsche Grundschule von Treu, das Realgymnasium und die Russisch-Städtische Mittelschule zu Riga. 1922 - 1927 studierte er  an den Universitäten in Gießen und Leipzig Medizin. 1927 promovierte er. Über die ärztliche Tätigkeit und das Schicksal von Abramsohn ist nichts bekannt.

Literatur:

  • Hebenstreit, Uta: Die Verfolgung jüdischer Ärzte in Leipzig in den Jahren der nationalsozialistischen Diktatur: Schicksale der Vertriebenen, Dissertation, Universität Leipzig, Leipzig, 1997, S. 167


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Abusch, Charlotte
* 1906 Leipzig

Charlotte Abusch wurde am 19.04.1906 in Leipzig geboren. Ihr Name findet sich auf der Liste der French Convoys 36 - 75.

Literatur:

  • French Convoys 36 - 75: Preliminary List. Convoy Number: 61, S. 2.


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Abusch, Gershon
* 1904 Leipzig
+ 1942 KZ Auschwitz

Rauchwarenhändler

Gershon Abusch wurde am 03.11.1904 in Leipzig geboren. Er war von Beruf Rauchwarenhändler. Sein Name findet sich auf der Liste der French Convoys 2 - 35. Laut Zeugnis seines Bruders, Hermann Abusch, wurde Gershon Abusch 1942 in Auschwitz ermordet.

Literatur:

  • French Convoys 2 - 35: Preliminary List. Convoy Number: 5, S. 10.

  • The Central Database of Shoa Victims` Names.


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Abusch, Leib
* 1903 Leipzig
+ 1943 KZ Auschwitz
Leipzig, Antonstraße 4 (Antonstraße: 1. ehemalige Straße in der Ostvorstadt; später Kirchhoffstraße; inzwischen überbaut; 2. bis 1907 Name der Friedensstraße in Gohlis)

Kaufmann

Der Kaufmann Leib (Leo) Abusch wurde am 26.07.1903 in der Familie von Chaskel und Leib Abusch, geb. Lauer, in Leipzig geboren. Er hatte einen Bruder, Hermann Abusch. Leib Abusch starb 1943 im KZ Auschwitz.

Literatur:

  • Ephraim Carlebach Stiftung Leipzig [Hrsg.]: Leipziger Jüdisches Jahr- und Adressbuch 1933, arani, Berlin, 1994, S. 9.

  • The Central Database of Shoa Victims` Names.


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Achtentuch, Ruth Edith
* 1911 Leipzig
Leipzig, Mittelstraße 3 (1839–1947 Name der Hans-Poeche-Straße in der Ostvorstadt)

Der Name von Ruth Edith Achtentuch, geboren in Leipzig 1911, ist in der Liste der Bewohner des Ghettos Krakau 1940 verzeichnet worden,  ebenso wie der Name von Salomon Achtentuch. Salomon Achtentuch war ein Leipziger Kaufmann, wohnhaft in der Mittelstraße 3. Es ist noch unklar, in welchem Verwandschaftsverhältnis beide standen.

Literatur:

  • Ephraim Carlebach Stiftung Leipzig [Hrsg.]: Leipziger Jüdisches Jahr- und Adressbuch 1933, arani, Berlin, 1994, S. 9.

  • Jews who Lived in Germany, Registered in Krakow Ghetto in 1940.

  • The Central Database of Shoa Victims` Names.


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Achtentuch, Salomon Shlomo
* 1889 Brody

Leipzig, Mittelstraße 3 (1839–1947 Name der Hans-Poeche-Straße in der Ostvorstadt)


Handelsreisender

Salomon Achtentuch wurde am 04.01.1898 in Brody geboren. Er war Handelsreisender und lebte mit seiner Familie in der Mittelstraße 3. 1940 wurde er gemeinsam mit Ruth Edith Achtentuch, geboren in Leipzig am 05.10.1911, in der Liste der im Ghetto Krakau registrierten Bewohner aufgeführt.

Literatur:

  • Ephraim Carlebach Stiftung Leipzig [Hrsg.]: Leipziger Jüdisches Jahr- und Adressbuch 1933, arani, Berlin, 1994, S. 9.

  • Jews who Lived in Germany, Registered in Krakow Ghetto in 1940.


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Ackner, Anna
* 1907 Leipzig
Leipzig, Auenstrraße 1  (Am 06.12.2000 wurde beschlossen, die Auenstraße mit Wirkung vom 01.04.2001 in Hinrichsenstraße umzubenennen (nach dem Leipziger Verleger und Stifter Dr. H. Hinrichsen, 1868-1942).

Anna Ackner wurde am 28.07.1907 in Leipzig geboren. Sie lebte mit ihrer Tochter Susanne Ackner in der Auenstraße 1.  Ihr Name findet sich auf der Liste der French Convoys 2 - 35.

Literatur:


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Ackner, Susanne
* 1926 Leipzig

Leipzig, Auenstrraße 1  (Am 06.12.2000 wurde beschlossen, die Auenstraße mit Wirkung vom 01.04.2001 in Hinrichsenstraße umzubenennen (nach dem Leipziger Verleger und Stifter Dr. H. Hinrichsen, 1868-1942).


Susanne Ackner wurde am 22.10.1926 in Leipzig geboren. Sie lebte mit ihrer Mutter in der Auenstraße 1. Ihr Name findet sich auf einer französischen Deportationsliste.

Literatur:


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Ader, Jacob
* 1890
+ 1940
Leipzig, Gottschedstraße 1

Rauchwarenhändler

Jacob Ader wurde am 26.05.1890 in Berenitza geboren. Er war von Beruf Kaufmann und Fellhändler. 1919 heiratete er die in Leipzig geborene Nora Simon. 1920 wurde die Tochter Ursula geboren. Die Familie wohnte in der Gottschedstraße 1.

Ader engagierte sich im Verein polnischer Kaufleute und Gewerbetreibender zu Leipzig. Der Verein war 1934 von polnischen Staatsangehörigen jüdischen Glaubens gegründet worden. Ziel des Vereins war es, für die aus Polen stammenden Leipziger Bürger einen gesicherten Aufenthaltsstatus als Ausländer einzufordern. Der Verein genoss das Wohlwollen und die Unterstützung des Polnischen Konsulats. Jacob Ader wurde Erster Vorsitzende des Vereins.

1938 geriet er in die „Polenaktion“, bei der 17.000 polnische Bürger jüdischen Glaubens ihrer polnischen Staatsbürgerschaft verlustig gingen und vom Reichsführer SS ausgewiesen wurden. Durch die Rettungsaktion des polnischen Generalkonsuls Felicz Chiczewski wurde nur die Hälfte der Leipziger Polen sofort abgeschoben. Ader gelang es zunächst, in Leipzig zu bleiben. Im Dezember 1938 wurde seine Aufenthaltsgenehmigung für ungültig erklärt. Er wurde als Ausländer registriert und auf dieser Basis eine neue Aufenthaltsgenehmigung erteilt mit der Auflage der baldigen Ausreise. Im August 1939 verließ die Familie Leipzig.

Literatur:

  • Kowalzik, Barbara: Jüdisches Erwerbsleben in der inneren Nordvorstadt Leipzigs 1900-1933, Leipziger Universitätsverlag, 1999, Leipzig, 131.

  • Sächsisches Staatsarchiv Leipzig, Meldekartei Leipzig, Film: SF 6474/0601 f.


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Adler, Abraham
* 04.05.1891  Hintersteinau ( Hessen-Nassau)
+ 20.08.1948  London

Leipzig, Philipp-Rosenthal-Straße 22

Internist

Der Kaufmannssohn Abraham Adler, geboren am 4. Mai 1891 in Hintersteinau, legte an der Oberrealschule in Fulda 1910 seine Reifeprüfung ab, besuchte dann die Thora-Hochschule in Frankfurt/Main und betrieb mathematische und naturwissenschaftliche Studien. 1912 begann er sein Medizinstudium an der Universität Heidelberg und wechselte 1914 an die Universität Frankfurt Main, wo er nur vom Militärdienst während des ersten Weltkrieges unterbrochen, bis 1917 sein Studium beendete. Während des Ersten Weltkriegs diente er als Feldunterarzt. Für seine Verdienste im Kriegseinsatz wurde ihm das Eiserne Kreuz verliehen. 1918 promovierte Adler und erhielt im gleichen Jahr seine Approbation als Arzt.

1919 übersiedelte er nach Leipzig und trat eine Stelle an der Medizinischen Klinik der Universität in Leipzig an, wo er sich seinem Spezialgebiet, den Lebererkrankungen widmen konnte. Auf Grund antisemitischer Stimmungen Ende der 20er Jahre sah Adler für sich an den Leipziger Universitätsklinik keine Aufstiegschancen und ließ sich schließlich 1929 mit einer eigenen Praxis in Leipzig nieder. Bis 1937 erduldete er die immer stärker werdenden antisemitischen Verfolgungen, die sich unter der direkten Herrschaft der Nationalsozialisten sich für seine Familie ins Unerträgliche steigerten.

Obwohl Adler  nach der Machtübernahme der Nationalsozilisten in Deutschland 1933 noch relativ unbehindert seine Praxis führen konnte, entschloss er sich schließlich 1937 zusammen mit seiner Frau und seinen 5 Kindern zur Emigration nach England. 1939 wurde ihm und seiner gesamten Familie die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt.

In England musste Adler darüber hinaus alle medizinischen Examina wiederholen, ehe er wieder eine eigene Arztpraxis eröffnen durfte.

Literatur:

  • Diamant, Adolf: Chronik der Juden in Leipzig, Heimatland Sachsen, 1993, Chemnitz, Leipzig, 180, 415.

  • Ephraim Carlebach Stiftung [Hrsg.]: Leipziger Jüdisches Jahr- und Adressbuch 1933, arani, 1994, Berlin, 9.

  • Hebenstreit, Uta: Die Verfolgung jüdischer Ärzte in Leipzig in den Jahren der nationalsozialistischen Diktatur: Schicksale der Vertriebenen, Dissertation, 1997, Leipzig, 9, 41, 66-68.


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Adler, Abraham
* 1850 Schwebheim
+ 1922 Leipzig
Leipzig, Ritterstraße 6-10

Ökonom

Abraham Adler wurde am 10.06.1850 in Schwebheim (Bayern) geboren. Er schloss das Studium der Volkswirtschaft in Leipzig mit Promotion ab. 1873 arbeitete er als Lehrer für Volkwirtschaft, Handelslehre und Wirtschaftsmathematik an der Öffentlichen Handelslehranstalt zu Leipzig und war dort stellvertretender Rektor. Auf seine Initiative hin wurde 1898 in Leipzig die Leipziger Handelshochschule gegründet, an der er selbst als Professor tätig war. Die sächsische Regierung stellte ihn 1910 an die Spitze der Reform des Fortbildungswesens für Kaufleute im Land Sachsen.

Adler führte in den Jahren 1915 bis 1922 als ehrenamtlicher Vorsteher die  Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig und war stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Mendelssohn-Stiftung", mit deren Mitteln Studenten bei der Finanzierung ihres Studiums unterstützt wurden. 1916 wurde er zum Geheimen Hofrat ernannt und erhielt zahlreiche Auszeichnungen in- und ausländischer wissenschaftlicher Institutionen. Prof. Adler starb 1922 und wurde auf dem Alten Israelitischen Friedhof in der Berliner Straße beigesetzt.

Adlers Tochter Emilie hinterließ mit ihren Lebenserinnerungen eine Biographie ihres Vaters. Sie heiratete Dr. med. Pascal Deuel, den Direktor der Inneren Abteilung des Eitingon-Krankenhauses. Aus dieser Verbindung ging der berühmte Schliemann-Biograph Leopold Deuel hervor.

Die 1884 geborene Tochter Adlers, Johanna Neumann wurde 1942 nach Riga und von dort nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Literatur:

  • Deutsche Biographische Enzyklopädie & Deutscher Biographischer Index, Saur, 2001, München.

  • Diamant, Adolf: Chronik der Juden in Leipzig, Heimatland Sachsen, 1993, Chemnitz, Leipzig, 130, 475.

  • Ephraim Carlebach Stiftung [Hrsg.]: Festschrift zum 75jährigen Bestehen der

  • Leipziger Gemeindesynagoge: 1855-1930 Leipzig, New York, arani, 1994, Berlin, 21.

  • Ephraim-Carlebach-Stiftung [Hrsg.], Judaica Lipsiensia: Zur Geschichte der Juden in Leipzig, Edition Leipzig, 1994, Leipzig, 277-280.

  • Höppner, Solvejg; Jahn, Manfred: Jüdische Vereine und Organisationen in Chemnitz, Dresden und Leipzig 1918 bis 1933: Ein Überblick, Sächsisches Druck- und Verlagshaus, 1997, Dresden, 45.

  • Kirchhof, Heike: Jüdisches Leben in Leipzig: Gestern - Heute – Morgen: Ein Literatur- und Bestandsverzeichnis der Rolf-Kralovitz-Bibliothek der ECS Stiftung Leipzig, 2006, Leipzig, 86-87.

  • Kowalzik, Barbara: Wir waren eure Nachbarn: Die Juden im Leipziger Waldstraßenviertel, Pro Leipzig, 1996, Leipzig, 125.

  • Leipziger Volkszeitung, 03.01.2007, 17.

  • Kowalzik, Barbara: Jüdisches Erwerbsleben in der inneren Nordvorstadt Leipzigs 1900-1933, Leipziger Universitätsverlag, 1999, Leipzig, 57, 139-140


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Adler, Annemarie
* 1916
+ 1943 im KZ Auschwitz
Leipzig, Nordstraße 27

Verheiratet mit Bruno Adler. Annemarie Adler, geb. Rzepkowicz musste Zwangsarbeit als Pelznäherin verrichten. Sie kam gemeinsam mit ihrer Tochter Dina am 27.02.1937 in das Polizeihaftlager Dresden-Hellerberg und wurde am 01.03.1943 nach Auschwitz deportiert.

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Adler, Arthur
*1897
+1917
Leipzig

Unteroffizier

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Adler, Bruno
* 1906 Hammelburg, Bayern
+ 1941 KZ Dachau
Leipzig, Nordstraße 27

Fleischer

Bruno Adler, geboren am 23.08.1906 in Hammelburg (Bayern) war deutscher Staatsangehöriger. Er wohnte mit seiner Ehefrau Annemarie Adler und seiner Tochter Dina in der Nordstraße. Adler unterhielt in Leipzig eine Fleischerei. Er starb am 11.10.1941 im Konzentrationslager Dachau.

Literatur:

  • Bertram, Ellen: Menschen ohne Grabstein: Die aus Leipzig deportierten und ermordeten Juden. Herausgegeben von Rolf und Brigitte Kralovitz in Verbindung mit der Ephraim Carlebach Stiftung und der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, Leipzig, 2001, 55.


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Adler, Dina
* 1937 Leipzig
* 1943 KZ Auschwitz
Leipzig, Nordstraße 27

Dina Adler, war die Tochter von Bruno und Annemarie Adler. Die Adlers wohnten in der Nordstraße 27. Bruno Adler war von Beruf Fleischer und Kellner. Die Mutter, Annemarie Adler, geb. Rzepkowicz musste Zwangsarbeit als Pelznäherin verrichten. Dina kam gemeinsam mit ihrer Mutter am 27.02.1937 in das Polizeihaftlager Dresden-Hellerberg und wurde am 01.03.1943 nach Auschwitz deportiert. Bruno Adler starb 1941 im Konzentrationslager Dachau. An das Schicksal von Dina Adler erinnert der „Zug der Erinnerung“.

Literatur:

  • Bertram, Ellen: Menschen ohne Grabstein: Die aus Leipzig deportierten und ermordeten Juden. Herausgegeben von Rolf und Brigitte Kralovitz in Verbindung mit der Ephraim Carlebach Stiftung und der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, Leipzig, 2001, 55.

  • Namensliste ZdE


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Adler, Elsa
* 23.05.1895  Lissabon (Portugal)
Ärztin

Elsa Adler wurde am 23.05.1895 in Lissabon geboren. Über ihre Herkunft und über ihre Eltern ist wenig bekannt. In den Jahren von 1918 bis 1922 studierte sie an den Universitäten in Würzburg, Leipzig, München und Wien Medizin. Im Jahre 1922 bestand sie die ärztliche Prüfung und erhielt im selben Jahr ihre Approbation als Arzt. Zwei Jahre später promovierte sie.1925-1926 war sie als Assistenzärztin im Kinderhospital in Wien  und in den folgenden beiden Jahren im Kaiser-Friedrich-Krankenhaus in Berlin tätig.

Ende 1927 wechselte sie von Berlin nach Leipzig. Als Mitglied der Medizinischen Gesellschaft zu Leipzig ist sie seit 1928 verzeichnet. Einmal in der Woche unterstützte sie den Israelitischen Kindergarten als ärztliche Beraterin. Darüber hinaus war sie für die Ortsgruppe des Jüdische Frauenbundes in Leipzig tätig.

Es ist unbekannt ob sie verheiratet gewesen ist und ob sie Kinder gehabt hat. Eine letzte Information über Elsa Adler im das Sächsische Ärzteblatt vom Januar 1933 besagt, dass Else Adler nach Berlin verzogen sei. Möglicherweise gelang es ihr, Deutschland auf unbekannten Wegen zu verlassen.

Literatur:

  • Hebenstreit, Uta: Die Verfolgung jüdischer Ärzte in Leipzig in den Jahren der nationalsozialistischen Diktatur: Schicksale der Vertriebenen, Dissertation, 1997, Leipzig, 167-168.


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Adler, Hermann
* 1839
+ 1911
Rabbiner

Dr. phil. Hermann Adler wurde im Mai 1839 in Hannover als Sohn von Nathan Marcus Adler geboren. Zwischen 1860 und 1862 studierte er in Leipzig und Prag Theologie und den Talmud und schloss seine Promotion in Leipzig ab. Er wurde Gemeinderabbiner der Stadt Prag. 1863 ging er als Theologielehrer an das Jews College. 1911 wurde er "Chief Rabbi of the United Hebrew Congregation of the British Empire" und folgte in dieser Funktion seinem Vater, dem er in den Jahren zuvor schon assistiert hatte. Hermann Adler erhielt zahlreiche akademische Auszeichnungen und war im englischen öffentlichen Leben hoch geachtet. Er war Anhänger der Frankfurter Orthodoxen Schule und trat gegen den Zionismus auf.

Literatur:

  • Diamant, Adolf: Chronik der Juden in Leipzig, Heimatland Sachsen, 1993, Chemnitz, Leipzig, 182.


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Adler, Jaques
* 1892 Gotha
+ 1936 Palästina
Journalist

Jaques Adler wurde 1892 in Gotha geboren. Er studierte und promovierte an der Universität Leipzig. 1922 bis 1924 war er Chefredakteur der Leipziger Jüdischen Zeitung und veröffentlichte eine Vielzahl wirtschaftspolitischer und historischer Aufsätze. Seine Arbeiten wurden in einer Reihe von überregionalen und regionalen Zeitungen, wie der Wiener Morgenzeitung und den Leipziger Neuesten Nachrichten publiziert. Mitte der zwanziger Jahre bis 1933 erschienen seine Artikel regelmäßig in der Mitteldeutschen Handelsrundschau. 1933 emigrierte Adler nach Palästina, wo er 1936 starb.

Literatur:

  • Kowalzik, Barbara: Jüdisches Erwerbsleben in der inneren Nordvorstadt Leipzigs 1900-1933, Leipziger Universitätsverlag, 1999, Leipzig, 142-143.


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Adler, Jenny
* 1892 Schmölln
* 1944 KZ Auschwitz

Jenny Adler, geb. Spiegl, stammte wie ihr Ehemann Siegmund Simon Adler aus Schmölln. Sie wurde am 19.12.1892 geboren und besaß die deutsche Staatsbürgerschaft. Sie arbeitete als Prokuristin. Gemeinsam mit ihrem Ehemann deportierten die Nazis sie am 19.09.1942 nach Theresienstadt und von dort 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz. Seitdem ist Jenny Adler verschollen.

Literatur:

  • Bertram, Ellen: Menschen ohne Grabstein: Die aus Leipzig deportierten und ermordeten Juden. Herausgegeben von Rolf und Brigitte Kralovitz in Verbindung mit der Ephraim Carlebach Stiftung und der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, Leipzig, 2001, 55.


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Adler, Leopold
* 1850 Eibenschütz (tschech. Ivancice)
+ 1919 München
Schauspieler, Dramatiker

Leopold Adler wurde am 05.03.1850 geboren. Er erhielt Schauspielunterricht bei Roderich Anschütz und  Alexander Strakosch. Adler begann seine Theaterlaufbahn in Karlsbad als "Friedrich Schiller" in Laubes "Die Karlsschüler" und war in Folge an mehreren kleinen Bühnen in Sachsen angestellt. 1889 arbeitete er als Regisseur in Riga, 1892 als Oberregisseur des Schauspiels am Stadttheater in Breslau. 1894 wechselt er nach Berlin ans Schillertheater. Erst relativ spät im Jahre 1896 ist er auch am Stadttheater Leipzig tätig. Seit Oktober 1902 wird er als Regisseur und Dramaturg in den Verband der königlichen Schauspiele Berlin berufen. 1909 wird er Direktor des Hoftheaters in Braunschweig. Er stirbt am 29.04.1919 in München.

Literatur:

  • Deutsche Biographische Enzyklopädie & Deutscher Biographischer Index, Saur, 2001, München.


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Adler, Max
* 1894 Leipzig
* 1941 Kaunas
Volksschullehrer

Max Adler, am 24.03.1894 in Brückenau (Unterfranken) geboren, war vom 01.05.1923 bis Herbst 1924 an der Israelitischen Mädchenschule Leipzig als Volksschullehrer angestellt. In den dreißiger Jahren stand Adler als Vorstandsmitglied an der Spitze der Israelitischen Kultusgemeinde München und leitete die Münchner orthodoxen jüdischen Volksschule. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Else und seinem Sohn Raphael wurde er von den Nationalsozialisten nach Kaunas deportiert und dort am 25.11.1941 ermordet.

Literatur:

  • Kowalzik, Barbara: Lehrerbuch:Die Lehrer und Lehrerinnen des Leipziger jüdischen Schulwerks 1912 – 1942, vorgestellt in Biogrammen, Herausgeber: Stadt Leipzig, Der Oberbürgermeister, Stadtarchiv, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig, 2006, 129f.


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Adler, Robert
* 1881 Kassel
Kaufmann

Der Kaufmann Robert Adler, geboren am 07.02.1881 in Kassel (Hessen-Nassau), war deutscher Staatsangehöriger. 1933 wohnte er am Brühl 45. Später musste er in das Judenhaus in der Humboldtstraße 21 umziehen. Am 21.01.1942 deportierten die Nazis Adler nach Riga.

Literatur:

  • Bertram, Ellen: Menschen ohne Grabstein: Die aus Leipzig deportierten und ermordeten Juden. Herausgegeben von Rolf und Brigitte Kralovitz in Verbindung mit der Ephraim Carlebach Stiftung und der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, Leipzig, 2001, 55.


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Adler, Sarah
* 1906 Leipzig

Sarah Adler, geb. Sachs, wurde 1906 in Leipzig als Tochter von Josef Benjamin und Nesse Sachs geboren. Die Familie wohnte 1918 bis 1933 in der Funkenburgstraße 3 und zog dann in die Leibnizstraße 13. Josef Benjamin Sachs, von Beruf Kaufmann, führte eine Fleischerei. Sara war Schülerin der Höheren Israelitischen Bürgerschule. Sie heiratete den Frankfurter Bankier Max Adler.

Literatur:

  • Kowalzik, Barbara: Das jüdische Schulwerk in Leipzig 1912 - 1933, Böhlau Verlag, 2002, Köln, Weimar, 196.

  • Sächsisches Staatsarchiv Leipzig, Meldekartei Leipzig, Film: SF 7865/0344.


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Adler, Siegmund Simon
* 1891 Schmölln
+ 1944 Auschwitz
Kaufmann

Der Kaufmann Siegmund Simon Adler wurde am 13.01.1891 in Schmölln geboren. Während des Ersten Weltkriegs war er Soldat. Adler besaß die deutsche Staatsangehörigkeit und betrieb in Leipzig einen 1919 gegründeten Wasch- und Plättmittel-Großvertrieb. Im Jahr 1920 trat er in den Reichsbund jüdischer Frontsoldaten (RjF) ein, dem er bis zu dessen Auflösung angehörte. Er war im Vorstand des RjF 1. Kassenwart. Während der Pogromnacht verhafteten die Nazis Adler und deportierten ihn nach Buchenwald. Am 21.11.1938 wurde er entlassen. Später musste er Zwangsarbeit verrichten. Sein Bruder emigrierte. Adler war mit Jenny Adler verheiratet. Am 28.09.1942 deportierten die Nazis das Ehepaar nach Theresienstadt. Von dort kam Siegmund Adler am 28.09.1944 nach Auschwitz und gilt seitdem als verschollen.

Literatur:

  • Bertram, Ellen: Menschen ohne Grabstein: Die aus Leipzig deportierten und ermordeten Juden. Herausgegeben von Rolf und Brigitte Kralovitz in Verbindung mit der Ephraim Carlebach Stiftung und der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig, Leipzig, 2001, 55f.

  • Sächsisches Staatsarchiv Leipzig. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten e.V. Ortsgruppe Leipzig. Mitgliederliste. 01.10.1938, PP-V Akte, Nr. 4508.


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